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KMU & Freiberufler | Mo, 04.07.2011 14:15

Lean-Management für KMU: Höhere Flexibilität und geringere Kosten durch Reduzierung von Umrüstzeiten

Von: Manuela Häufle, Petra Thiel

Große Lagerbestände und Zwischenpuffer, lange Durchlaufzeiten (DLZ), erschwerte Qualitätssicherung und nicht kundenorientierte Produktionsplanung sind oft ein Ärgernis im Unternehmen. Die Ursache hierfür sind oft zu große Lose. Eine Optimierung der Umrüstzeiten ist ein Schlüssel um Lose zu verkleinern und somit die Durchlaufzeit zu verkürzen.

Entwicklung der Rüstzeiten durch systematische Optimierung im Workshop (Grafik: Häufle, Thiel).

Entwicklung der Rüstzeiten durch systematische Optimierung im Workshop (Grafik: Häufle, Thiel).


Wird die DLZ optimiert, entsteht eine Art Kettenreaktion, es erhöht sich die Durchlaufgeschwindigkeit und damit ist die Produktion in der Lage, wesentlich flexibler und schneller auf Kundenwünsche zu reagieren. Das wiederrum kann der entscheidende Wettbewerbsvorteil sein, um den Umsatz zu erhöhen.

Der Effekt der Reduzierung soll aber nicht in erster Linie in einem Zeitgewinn gesehen werden, sondern darin, durch Erhöhung der Anzahl Umrüstvorgänge Zwischenpuffer und Lagerbestände zu reduzieren.

Durch systematische Vorgehensweise und den Einsatz von Lean-Werkzeugen können Reduzierungen der Rüstzeit bereits mit einem 2-Tages-Workshop im zweistelligen %-Bereich ermöglich werden. Der Fokus bei der Verbesserung der Rüstzeit wird auf die 5M´s gelegt (Mensch, Maschine, Methode, Material, Mitwelt).

Aspekte bei der Reduzierung von Umrüstzeiten an Maschinen und Anlagen:

Verlagerung von interner Rüstzeit (stillstehende Maschine) auf externe Rüstzeit (laufende Maschine)

Wechselteile, Werkzeuge an den optimalen Platz bringen

Justierzeiten eliminieren

Anzahl Schraub- und Wechseltätigkeiten reduzieren

Standardisierung

Training des Umrüstens

Paralleles Arbeiten

Rüstzeitoptimierungen bieten noch weitere Vorteile durch die Verkürzung von Durchlaufzeiten und eine Erhöhung der Anlageneffizienz (OEE) oder Materialeinsparungen beim Anfahren. Daneben sinken die Bestände, es wird mehr Platz gewonnen und Transportzeit eingespart. Eine geringere Kapitalbindung sowie eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit durch bessere Ergonomie sind ebenfalls gute Gründe, die für eine Optimierung der Rüstzeit sprechen.

Zu den Autoren:

Dipl.-Betr. (BA) Manuela Häufle ist Expertin im Bereich Prozessoptimierung und Industriemechanik. Mehr dazu ist unter www.haeufle-optimierung.de nachlesbar.

Petra Thiel ist REFA-Engineer, Six Sigma Black Belt und Spezialistin für Lean-Management- Methoden. Mehr dazu: www.swiss-lean-consulting.ch.