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KMU & Freiberufler | Mo, 06.06.2011 10:23

Lean-Management für KMU: Produktionsoptimierung als Standortsicherung

Von: Manuela Häufle, Petra Thiel

Muss bei einem schwachen Euro die Produktion ins Ausland verlegt werden? Seit dem der Euro massiv gesunken ist, werden immer wieder Empfehlungen ausgesprochen, Produktionen in ein Land mit niedrigerem Lohnniveau zu verlagern. So sollen die Herstellkosten gesenkt und damit sinkende Umsätze zu einem Teil oder gänzlich aufgefangen können. Aber es gibt Alternativen, die verhindern dass Arbeitsplätze vernichtet oder reduziert werden.


Der Großteil der Wirtschaft besteht aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, denen oftmals die Möglichkeiten und/oder das Wissen für eine Optimierung der Produktion zur Erreichung einer nachhaltigen Kosteneinsparung fehlen. Eine Verlagerung der Produktion ins Ausland ist die letzte, und nicht immer optimale Lösung!

Eine solche Entscheidung bringt Mehraufwand in Form von interkulturellem Management, Produktionsstättenauswahl, Kooperationsaufbau, Vertragsverhandlungen und Qualitätssicherung mit sich (um nur wenige der zusätzlichen Aufgaben zu nennen). Diese langfristige und umfangreiche Vorbereitung und den Einsatz von Experten verschlingt Unsummen an Zeit und Geld, die sich oftmals nicht amortisieren.

Weit vor den Überlegungen eines Standortwechsels in Billiglohnländer liegt das ungenutzte Potential, das dies verhindern kann:

Nicht nur das hohe Lohnniveau sondern die Verschwendung, die sich über einen längeren Zeitraum in den Prozessen einschleicht, lässt die Kosten explodieren. Hier verbirgt sich enorm viel Einsparpotential.

  • Auch Kapazitätsengpässe verhindern, die Möglichkeiten der eigenen Verbesserungspotentiale zu erkennen. Somit können die einfachen und grundlegenden Kosteneinsparungen nicht genutzt  werden.
  • Allerdings können bereits durch kleine Verbesserungen maßgebliche Einsparungen erzielt werden, die die Wettbewerbsfähigkeit am Standort erhalten und sichern.

Lean-Management-Methoden bieten vielfältige Möglichkeiten zur Optimierung:

  • Durchlaufzeiten reduzieren
  • Ausschusskosten verringern
  • Materialbestände verkleinern
  • Rüstzeiten reduzieren
  • Prozessfähigkeit verbessern
  • Maschinenaustaktungen

Systematisch werden so in kleinen Schritten individuellen Lösungen erarbeitet und zeitnah umgesetzt.

Das Aufnehmen des eigenen Verbesserungspotentials sichert somit nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Know-How und Qualität am Standort.

Das Ziel muss es sein, Werte ohne Verschwendung zu schaffen.

Zu den Autoren:

Dipl.-Betr. (BA) Manuela Häufle ist Expertin im Bereich Prozessoptimierung und Industriemechanik. Mehr dazu ist unter www.haeufle-optimierung.de nachlesbar.

Petra Thiel ist REFA-Engineer, Six Sigma Black Belt und Spezialistin für Lean-Management- Methoden. Mehr dazu: www.swiss-lean-consulting.ch.