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KMU & Freiberufler | Di, 21.06.2011 09:12

Lean-Management für KMU: Wertstromanalyse deckt Schwachstellen auf

Von: Manuela Häufle, Petra Thiel

Die Wertstromanalyse (Value stream mapping) ist ein Verfahren zur Visualisierung von Material- und Informationsflüssen einer Wertschöpfungskette vom Lieferanten über die Produktion bis hin zum Endkunden.


Die zentrale Grundidee der Wertstromanalyse ist es, die Stellung aus Kundensicht einzunehmen. Heutzutage gibt der Kunde vor, welche Produkte er wie und zu welchem Zeitpunkt erwerben möchte. Somit bestimmt der Kunde auch die Anforderungen an die Produktion im Ganzen. Dadurch werden Unternehmen damit konfrontiert, Produkte individuell, in kurzer Zeit, zu niedrigen Kosten und mit hoher Qualität zu produzieren.

Mit der Wertstromanalyse können Unternehmen schnell und systematisch ihre Schwachstellen aufdecken, das abteilungsübergreifende Zusammenspiel von Material-, Informationsfluss und Prozessen aufzeigen und komplexe Arbeitsabläufe einfach und transparent darstellen.

Möglicher Ablauf einer Wertstromanalyse:

1. Prozessauswahl: Es können sowohl Administrative- als auch Produktionsprozesse zum Gegenstand einer Wertstromanalyse werden.

2. Produkt- / Prozessauswahl: Eine Auswahl kann  bspw. eine Dienstleistung oder eine Produkt- oder Prozessfamilie sein. Berücksichtigt werden  die vor- und nachgelagerten Bereiche, um ein ganzheitliches Optimieren zu erleichtern.

3. Teilnehmer definieren: Teammitglieder sollten Prozesskenner sein

4. Ist-Zustand erfassen: Material- und Informationsflüsse aufnehmen, ggf. durch Daten aus dem System ergänzen. Typische Prozessdaten sind Bearbeitungszeit, Rüstzeit, Losgrößen, Fehlerraten, Anzahl Mitarbeiter, usw.

5. Schwachstellen und Verbesserungen aufzeigen

6. Soll-Zustand und Umsetzungsplan erstellen und umsetzen

7. Kontrolle der Umsetzung: Nach vollständiger Umsetzung werden die gewonnenen Ergebnisse ausgewertet und erneut Verbesserungen erarbeitet und umgesetzt. Somit ergibt sich ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP), dessen Ergebnisse als Basis für die Verbesserung weiterer Dienstleitungsprozesse, Produkt- oder Prozessfamilien angewendet werden.

Ziel ist es, die Kundenanforderungen optimal zu erfüllen, indem im Auftragsablauf Schwachstellen beseitigt und Verbesserungspotentiale ausgeschöpft werden.

Zu den Autoren:

Dipl.-Betr. (BA) Manuela Häufle ist Expertin im Bereich Prozessoptimierung und Industriemechanik. Mehr dazu ist unter www.haeufle-optimierung.de nachlesbar.

Petra Thiel ist REFA-Engineer, Six Sigma Black Belt und Spezialistin für Lean-Management- Methoden. Mehr dazu: www.swiss-lean-consulting.ch.