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Wirtschaft | Mo, 24.10.2011 08:55

M&A-Aktivitäten in Deutschland vorerst auf stabilem Kurs

Bis Mitte 2012 ist nicht mit einer stärkeren Entwicklung bei Fusionen und Übernahmen (M&A) in Deutschland zu rechnen. Vielmehr bewegen sich die M&A-Aktivitäten auch weiterhin auf einem niedrigen, aber inzwischen stabilen Niveau. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognose des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim.


Auf Grundlage der Zephyr-Datenbank von Bureau van Dijk (BvD) berechnet das ZEW regelmäßig den M&A-Index für Deutschland (siehe auch Ende der Pressemitteilung) und prognostiziert dessen weiteren Verlauf für die kommenden zwölf Monate. Zwar liegt der M&A-Index für Deutschland aktuell nach wie vor unter seinem Ausgangsniveau von 100 Punkten im Jahr 2000. Dennoch zeichnet sich mittlerweile eine Festigung des Indikatorverlaufs ab, nachdem dieser seit Mitte 2009 immer wieder gefallen war. So bewegt sich der Indikator seit nunmehr etwas über einem Jahr zwischen 40 und 60 Punkten.

Im zweiten Halbjahr 2011 ist mit einer konjunkturellen Abkühlung in Deutschland zu rechnen. Des Weiteren wirkt sich der Kursverfall am deutschen Aktienmarkt ebenfalls negativ auf die Entwicklung des M&A-Indexes aus, da  grundsätzlich davon auszugehen ist, dass sinkende Kurse auf eine erwartete ungünstigere Entwicklung der Unternehmen hindeuten, während generell vor allem aussichtsreiche Unternehmen den Sprung auf die Einkaufslisten der Investoren schaffen. Andererseits kursieren aktuell wieder deutlich mehr Gerüchte bevorstehender Deals am Markt und auch die Anzahl angekündigter Transaktionen hat besonders im ersten Halbjahr 2011 deutlich zugenommen. Diese positiven Effekte zeigen gegen Ende des Jahres 2011 Wirkung, so dass davon auszugehen ist, dass sich der M&A-Index für Deutschland im ersten Halbjahr 2012, trotz eines starken doch temporären Rückgangs, wieder zwischen 40 bis 60 Punkten bewegen wird. "Eine spürbare Belebung des ZEW-ZEPHYR M&A-Index für Deutschland ist angesichts der konjunkturellen Abkühlung  vorerst eher nicht zu erwarten. Zudem könnten Kreditvergaben seitens der Finanzinstitute  wieder erschwert werden und dadurch die M&A- Transaktionen möglicherweise verteuern," sagt Vigen Nikogosian, der für die Berechnung der Prognose zuständige Wissenschaftler am ZEW.

Auf Grundlage der Zephyr-Datenbank von Bureau van Dijk (BvD) wurde ein M&A-Index speziell für Deutschland konzipiert, der die Entwicklung abgeschlossener Fusionen und Übernahmen seit dem Jahr 2000 abbildet. Der ZEW-ZEPHYR M&A-Index Deutschland berechnet sich aus der Anzahl der in Deutschland monatlich abgeschlossenen M&A-Transaktionen. In diesen Index werden ausschließlich Übernahmen und Fusionen von und mit deutschen Unternehmen berücksichtigt. Eine Differenzierung nach dem Ursprungsland des Käufers oder Partners findet nicht statt. Dies bedeutet, dass sowohl inländische auch als ausländische Käuferunternehmen berücksichtigt werden, während die Zielunternehmen in Deutschland tätig sind.

Insbesondere  makroökonomische Rahmenbedingungen, wie beispielsweise die konjunkturelle Entwicklung oder  Finanzmarktentwicklung determinieren die M&A-Aktivität. Daher wurde auf Grundlage einer empirischen Studie neben dem OECD Frühindikator für Deutschland (CLI), das langfristige Zinsniveau, der Verlauf des DAX und die Anzahl im Markt kursierender Gerüchte und Bekanntgaben über zukünftige Fusionen für die Prognoseberechnung der M&A Aktivität in Deutschland verwendet.

(Redaktion)