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Vermischtes | Fr, 02.12.2011 12:15

Männer sind in Baden-Württemberg in der Minderheit

Von den derzeit 10,75 Millionen Einwohnern Baden-Württembergs sind 5,30 Millionen männlich und 5,46 Millionen weiblich. Damit gibt es rund 161.000 weniger Männer als Frauen im Land. Der Anteil der Männer an der Gesamtbevölkerung liegt somit bei 49,2 Prozent. 1950 betrug dieser Anteil sogar nur 46,3 Prozent und ist seither stetig angestiegen. Dies zeigen Auswertungen des Statistischen Landesamts. In Zukunft wird der Anteil der Männer aber nur noch leicht zunehmen, so dass aller Voraussicht nach auch in den nächsten Jahrzehnten die Männer in der Minderheit sein werden.


Für den geringeren Anteil der Männer an der Gesamtbevölkerung ist vor allem deren niedrigere Lebenserwartung entscheidend: Ein neugeborener Junge kann heute in Baden-Württemberg zwar auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78,9 Jahren hoffen, bei den Mädchen sind es im Schnitt aber immerhin 4,6 Jahre mehr. Allerdings hat sich die Lebenserwartung der Männer an die der Frauen in den letzten Jahrzehnten etwas angenähert – mit der Konsequenz, dass sich auch die Geschlechterproportion immer stärker angeglichen hat.

Die Männer sind aber auch deshalb zahlenmäßig unterrepräsentiert, weil in den letzten Jahrzehnten weniger Männer als Frauen nach Baden-Württemberg zugezogen sind: Seit 1975 sind aus dem Ausland oder aus dem übrigen Bundesgebiet per Saldo „nur“ rund 600.000 Männer, aber über 700.000 Frauen in den Südwesten gezogen.

Allerdings ist das männliche Geschlecht nicht in allen Altersklassen in der Minderheit: Insbesondere im Kinder- und Jugendlichenalter sowie in der mittleren Altersgruppe dominieren zahlenmäßig die Männer. Ursache für diese Dominanz in den jungen Jahren ist vor allem, dass regelmäßig mehr Jungen als Mädchen geboren werden: In Baden-Württemberg wie auch in Deutschland insgesamt kommen rund 1.050 Geburten von Jungen auf 1.000 Mädchengeburten.

Ab der Altersgruppe der Mitte-50-Jährigen sind die Männer in allen Altersjahren unterrepräsentiert, wobei diese zahlenmäßige Unterlegenheit ab etwa den 60-Jährigen mit zunehmendem Alter immer ausgeprägter wird: Unter den 60- bis 80-Jährigen Baden-Württembergern sind immerhin noch gut 47 Prozent Männer, bei den 80-jährigen und Älteren dagegen gerade noch 34 Prozent – und zwar nicht nur wegen ihrer geringeren Lebenserwartung, sondern auch aufgrund der einschneidenden Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs, als erheblich mehr Männer als Frauen infolge des Krieges ums Leben kamen.

(Redaktion)