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Wirtschaft | Di, 15.04.2008 11:47

Marktchancen für Umwelttechnologien

Transatlantischer Klimadialog bringt Ansatzpunkte für die regionale Wirtschaftsförderung


„Es gibt interessante Ansatzpunkte für unsere regionale Wirtschaftsförderung, Umwelttechnologien aus der Region Stuttgart auf dem US-amerikanischen Markt zu platzieren“, sagte Metrex-Präsident und Regionaldirektor Dr. Bernd Steinacher nach seiner Rückkehr von der ersten transatlantischen Klimakonferenz US-amerikanischer und europäischer Metropolregionen in Northern Virginia/USA.

Nachdem alle drei US-Präsidentschaftskandidaten erklärt hätten, dass die USA einen klimafreundlicheren Kurs einschlagen müssten, werde nach den Wahlen auf nationaler Ebene ein Politikwechsel stattfinden. „Dies eröffnet Marktchancen für unsere exportorientierte Wirtschaft auf den Feldern regenerativer Energiegewinnung, Wärmedämmung und klimaverträglicher Mobilität, so Dr. Steinacher weiter. Vertreter der Deutschen Botschaft in Washington hätten bereits zugesagt, die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) dabei zu unterstützen, Umwelttechnologien auf amerikanischen Messen zu präsentieren.

Erfahrungsaustausch und Vereinbarung


Auf der Klimakonferenz wurde zum einen der Erfahrungsaustausch anhand von Praxisbeispielen betrieben. Zum anderen unterzeichneten die Veranstalter eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit amerikanischer und europäischer Metropolregionen. Darin legen sich über 50 im Netzwerk Metrex organisierte europäische Metropolregionen und alle Regionalkommissionen der Vereinigten Staaten von Amerika, also etwa 300, auf ein gemeinsames Handeln fest. Die Metropolregionen, in denen der Großteil von Treibhausgasen ausgestoßen wird, bekennen sich zu ihrer Verantwortung. Und sie verpflichten sich, ihren Beitrag zur Verringerung der Treibhausgas-Belastungen zu leisten. Als Handlungsfelder bieten sich die Regionalplanung, der nachhaltige öffentliche Personennahverkehr und klimafreundliches Bauen an.

„Es besteht eine große Offenheit amerikanischer Kommunal- und Regionalpolitiker, die Klimapolitik der USA zu verändern“, so die Einschätzung von Dr. Steinacher. „Wir haben mit der Klimakonferenz einen ‚bottom-up’-Prozess angestoßen, den wir nun verstetigen.“ Die Metropolregionen werden sich gemeinsam gegenüber der EU und der Politik der USA für eine regionale Klimapolitik einsetzen.

Klimaatlas der Region Stuttgart als Vorbild


In Fachgesprächen stieß der Klimaatlas der Region Stuttgart auf großes Interesse. Er wurde als nachahmenswertes Beispiel vorgestellt und soll auf US-amerikanische Regionen übertragen werden.

Das Netzwerk Europäischer Metropolregionen und Ballungsräume Metrex möchte die US-Regionen für das so genannte grip-Modell (Greenhouse Gas Regional Inventor) gewinnen. Dabei handelt es sich um eine Treibhausgasbilanz. Das vom Tyndall-Institute der Uni Manchester entwickelte Instrument funktioniert ähnlich wie eine Energiebilanz bei Gebäuden und wurde in den Regionen Stockholm, Glasgow, Emiglia Romana und Venetien erprobt. Gegenwärtig bewirbt sich Metrex mit 22 Regionen um ein EU-Projekt mit 4,5 Millionen Euro zur Umsetzung dieser Treibhausbilanz in Europa.

Veranstalter der vom Verband Region Stuttgart initiierten Tagung in Alexandria (Virginia) waren die Northern Virginia Regional Commission (Regionalkommission für Northern Virginia), das Metropolitan Washington Council of Governments (Rat der Metropolregion Washington) die National Association of Regional Councils (Nationaler Verband der Regionalkommissionen von Nordamerika) sowie das Netzwerk Europäischer Metropolregionen und Ballungsräume Metrex.

Der Delegation des Verbands Region Stuttgart gehörten 16 Persönlichkeiten an, darunter Regionalpräsident Thomas S. Bopp, Regionaldirektor Dr. Bernd Steinacher sowie Regionalrätinnen und Regionalräte von fünf Fraktionen.

 

Quelle: Verband Region Stuttgart