Sign In

Welcome, Login to your account.

Wirtschaft | Fr, 03.08.2012 10:01

Maschenbranche erwartet stabile Umsätze bei schmaleren Margen

Nach der Wachstumsdelle im ersten Halbjahr hoffen die Unternehmen der deutschen Maschenindustrie im dritten Quartal auf eine Stabilisierung ihrer Umsätze. Die Auftragseingänge haben sich nach einem schwierigen ersten Halbjahr leicht erholt. Allerdings kämpfen die Unternehmen mit steigenden Kosten. Das ist das Ergebnis der Geschäftsklima-Umfrage von Gesamtmasche im Juli.

Die deutschen Maschenunternehmen blicken vorsichtig auf ihr Geschäft im Herbst. Trotz stabilem Verbrauchervertrauen und neuen Impulsen aus dem Ausland ist die Ertragslage unbefriedigend. (Grafik: Gesamtmasche)

Die deutschen Maschenunternehmen blicken vorsichtig auf ihr Geschäft im Herbst. Trotz stabilem Verbrauchervertrauen und neuen Impulsen aus dem Ausland ist die Ertragslage unbefriedigend. (Grafik: Gesamtmasche)


Zum Sommer ist der Gesamtmasche-Geschäftsklimaindex von 1,99 Punkten zum Jahresanfang auf etwas mildere 5,05 Punkte angestiegen. Der Teil-Index für Wäsche verbesserte sich von -1,44 auf 11,83 Punkte. In den ersten Monaten des Jahres bereitete der Branche insbesondere die verhaltene Auftragsentwicklung Sorgen. Das Inlandsgeschäft wird aktuell als zufriedenstellend beurteilt, und im nächsten Quartal rechnen die Maschenhersteller wieder mit zunehmenden Impulsen aus dem Ausland - allerdings bei schmaleren Margen. Mit dem Sinken der Kapazitätsauslastung rechnet nur noch jedes zehnte Unternehmen.

Grund zur Entwarnung ist das aber noch lange nicht. Zum einen wurden die optimistischen Einschätzungen vor Jahresfrist durch den abrupten Rückgang des Geschäfts mit wichtigen Euro-Ländern enttäuscht. Zum anderen drücken steigende Kosten auf die Erträge: Die Garnpreise sind auf ein nachhaltig höheres Niveau geklettert, die Produktionskosten trotz aller Effizienzbemühungen weiter gestiegen. Dazu kommen negative Signale von bedeutenden Händlern, die bei den Einkaufspreisen die Schraube noch weiter anziehen wollen. Andere Handelskunden drohen ganz wegzufallen – auch wenn das ifo-Institut einzig dem Einzelhandel inmitten der sonst trüben Konjunkturaussichten einen Aufwärtstrend bescheinigt.

Hoffnung schöpft die Maschenbranche aus der wieder anziehenden Auslandsnachfrage: Für das kommende Quartal erwarten über 85 Prozent der Maschenfirmen zufriedenstellende Exportumsätze. Im Bereich Wäsche glauben das sogar 90 Prozent der Unternehmen. Dabei gelingt es den Herstellern zunehmend, sich von den angestammten Märkten Westeuropas unabhängiger zu machen. Bei insgesamt schrumpfender Ausfuhr wuchs der deutsche Export von Maschenwaren nach China von Januar bis Mai 2012 im Vorjahresvergleich um 15 Prozent. Auch der Absatzmarkt Russland entwickelte sich mit einem Ausfuhrwachstum von über 10 Prozent erfreulich.

(Redaktion)