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Wirtschaft | Do, 25.04.2013 12:41

Maschenindustrie geht mit vorsichtigem Optimismus in den Sommer

Die Unternehmen der deutschen Maschen- und Miederindustrie sehen wieder positiver in die Zukunft als noch zum Anfang des Jahres. Das zeigt eine Befragung durch den Verband Gesamtmasche e.V. zur wirtschaftlichen Lage und Entwicklung in der Branche. Der Index ist nach dem ersten Quartal des Jahres auf einen Wert von 2,1 Punkten gestiegen, aus einem leichten Minus kommend. Noch erfreulicher zeigt sich die Situation in der Wäschebranche. Hier ist der Geschäftsklimaindex auf 11,3 Punkte angewachsen. Dabei fallen die Beurteilungen der aktuellen wirtschaftlichen Lage deutlich schlechter aus als die Erwartungen für das nächste halbe Jahr.


Grund für die getrübte Beurteilung der augenblicklichen Lage ist die schleppende Nachfrage auf den Auslandsmärkten. Knapp ein Drittel der befragten Maschen- und Miederunternehmen bezeichnen ihren Auslandumsatz als schlecht. Dies ist ein Anstieg um knapp vier Prozent im Vergleich zum letzten Quartal. Erahnen konnte man diese Bewertung auch aus den Zahlen zur Außenhandelsstatistik. Die Exporte von deutscher Maschenware sind 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent zurückgegangen. Der Export von Strumpfware gab um 7,45 Prozent nach und die Ausfuhr von Miederware um 3,51 Prozent.

Ökonomen sehen den Auslöser dafür in der Euro-Krise und der allgemeinen Schwäche der Weltwirtschaft. So ging etwa in China die Nachfrage wegen des Neujahrsfests zurück. Die Welthandelsorganisation WTO senkte ihre Prognose für das Wachstum des globalen Handels für das aktuelle Jahr von 4,5 auf 3,3 Prozent. Das wäre aber immer noch ein besseres Ergebnis als 2012.  

Nicht mehr ganz so negativ sehen die Unternehmen die derzeitige Ertragslage: 20 Prozent der Befragten beurteilen sie als gut. Das ist ein Anstieg von sieben Prozentpunkten. Nach der langen Kälteperiode steigen jetzt die Erwartungen für kommende Geschäfte im Frühsommer. So gehen 30 Prozent der Betriebe von einer anziehenden Inlandsnachfrage und ein Viertel von einer Belebung der Auslandsgeschäfte aus. In beiden Fällen bedeutet dies eine Steigerung um knapp 13 Prozentpunkte. Diese Zuversicht spiegelt sich auch in der geplanten Einstellung neuer Mitarbeiter wieder. Zehn Prozent der Unternehmen beabsichtigen ihre Personaldecke aufzustocken.  

Die Skepsis vom Herbst letzten Jahres ist jetzt einem vorsichtigen Optimismus gewichen. Im Vertrauen auf die eigene Stärke glaubt eine steigende Zahl von Unternehmen wieder daran, dass sich ihre Geschäfte in diesem Jahr positiv entwickeln werden. Die Konjunkturrisiken haben die Betriebe jedoch nicht aus dem Blick verloren: Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Eurokrise, die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise sowie die Entwicklung der Inlandsnachfrage bleiben weiterhin bestehen.

(Redaktion)