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Wirtschaft | Mi, 14.05.2014 09:12

Maschenindustrie geht stabil in die Sommersaison

Die Unternehmen der deutschen Maschen- und Miederindustrie vermelden neue Impulse aus dem Ausland und erwarten für die nächsten Monate eine belebte Auftragslage. Verbesserte Margen sind allerdings nicht in Sicht. Das ist das Ergebnis der Geschäftsklima-Umfrage von Gesamtmasche im April. Für die kommenden Monate erhofft sich die Hälfte der Unternehmen steigende Auftragseingänge, während weniger als fünf Prozent mit rückläufigen Ordern rechnen.


Ihren Auslandsumsatz bezeichnen über 95 Prozent der Hersteller als gut oder zufriedenstellend. Im vorigen Quartal sagten das nur 77 Prozent. Allerdings ist der Anteil der Firmen, die mit ihren Erträgen zufrieden sind, von 86 auf 82 Prozent zurückgegangen. Für das nächste Halbjahr geht ein Großteil der Unternehmen von gleichbleibend knappen Margen aus.

Entsprechend verzeichnet der Geschäftsklimaindex Masche einen leichten Rückgang um 4,8 Indexpunkte auf einen Wert von 16,05 Punkten. Der Teilindex für das Ertragsklima sank von 2,5 auf 0,5 Punkte. Ihre künftige Geschäftsentwicklung schätzen die Betriebe hingegen positiver ein als zu Jahresbeginn. Der Index für die erwartete Geschäftslage verzeichnete ein Plus von 2,6 Indexpunkten auf 20,13 Punkte. In Erwartung zunehmender Auftragseingänge aus dem In- und Ausland rechnet fast ein Drittel der Hersteller mit einem Anstieg der Kapazitätsauslastung, 64 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Auslastung aus.

In den ersten beiden Monaten des Jahres sind die deutschen Exporte von Maschenwaren mit einem Plus von sechs Prozent deutlich stärker gestiegen als die Ausfuhr der Textil- und Bekleidungsbranche insgesamt. Besonders gut entwickelte sich der Export von Damenunterwäsche mit plus 14 Prozent, Miederwaren konnten sogar um 20 Prozent zulegen. Die Lieferungen in wichtige EU-Destinationen wie Frankreich, Großbritannien, Polen und Skandinavien wuchsen im zweistelligen Prozentbereich und kompensierten die nach wie vor schwache Nachfrage aus Südeuropa.

Trotz insgesamt günstiger Signale aus dem Exportumfeld sorgen die politischen Spannungen in der Ukraine für Verunsicherung. Für die deutschen Maschenhersteller ist Russland heute der zweitwichtigste Abnehmer außerhalb der EU. Immerhin vier Prozent des deutschen Maschenexports gehen nach Russland; damit ist die Russland-Ausfuhr für die Branche noch wichtiger als für die deutsche Industrie im Durchschnitt. Der russische Markt für Bodywear wird auf 5,5 Milliarden Euro geschätzt und soll in den nächsten fünf Jahren um weitere 40 Prozent wachsen. Das bedeutet ausgezeichnete Chancen auch für deutsche Hersteller, die angesichts der Wachstumsgrenzen in Westeuropa auf ein Gegengewicht im Osten setzen.

(Redaktion)