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Wirtschaft | Mi, 09.02.2011 07:35

Maschenindustrie mit Schwung ins neue Jahr

Die Unternehmen der deutschen Maschen- und Miederindustrie sind zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftsentwicklung und gehen mit überwiegend positiven Erwartungen ins Geschäftsjahr 2011. Das ist das Ergebnis der Geschäftsklima-Umfrage von Gesamtmasche, die der Verband zum Jahresende 2010 durchgeführt hat.


Der Gesamtmasche-Geschäftsklimaindex setzt mit einem Wert von 21,7 den steigenden Trend seit Anfang 2010 fort und hat mit einem Plus von 5,64 Basispunkten noch stärker zugelegt als bei der letzten Befragung. Der Teil-Index für die Wäscheindustrie kletterte nach einer leichten Delle im Vorquartal sogar um 6,69 Punkte auf einen Wert von 20,50.

Die Lage ist gekennzeichnet von hoher Kapazitätsauslastung, mit der die Maschen- und Miederfirmen weiterhin großteils zufrieden sind. Fast alle Unternehmen erwarten in den ersten Monaten 2011 einen weiteren Anstieg. Ähnlich positiv ist die Beurteilung der Umsatzentwicklung im Inland: Neun von zehn Unternehmen bezeichnen sie als gut oder befriedigend. Im Bereich Wäsche wird die aktuelle Lage sogar durchweg als zufrieden stellend beurteilt. Bei den Auslandsumsätzen sagen das immerhin 85 Prozent der Unternehmen, deutlich mehr als noch im Quartal davor.

Getrübt wird das positive Bild jedoch von einer regelrechten Preisexplosion bei textilen Rohstoffen und Vorerzeugnissen. Insbesondere im Baumwollbereich haben sich die Garnpreise international innerhalb weniger Monate nahezu verdoppelt. Höhere Produktionskosten in Asien sowie die Teuerung in Transport und Logistik belasten die Beschaffungsseite zusätzlich. Zwei Drittel der Unternehmen gehen von weiter steigenden Preisen aus. Im Bereich Wäsche glauben das sogar fast 80 Prozent der Firmen. Schließlich ist von einer fortgesetzt stark wachsenden Nachfrage der Schwellenländer nach verschiedensten Textilfasern und einem Verbleib der Rohstoffpreise auf hohem Niveau auszugehen.

Da die Einsparpotenziale durch die fortgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen der vergangenen Jahre erschöpft sind, bleibt der Branche zur spürbaren Erhöhung der Verkaufspreise keine Alternative. Um überhaupt noch wirtschaftlich arbeiten zu können, werden viele Firmen ihre Preise um einen zweistelligen Prozentsatz anheben müssen. Qualitative Abstriche und empfindliche Ertragseinbrüche sind sonst unvermeidlich.

(Redaktion)