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Wirtschaft | Fr, 26.08.2011 09:56

Maschenindustrie punktet im Ausland

Die deutsche Maschenindustrie kann mit ihrem Auslandsgeschäft im ersten Halbjahr zufrieden sein. Von der günstigen Konjunkturentwicklung in wichtigen Absatzmärkten haben gestrickte Oberbekleidung mit plus 17 Prozent und Unterbekleidung mit plus 15 Prozent gleichermaßen profitiert. Maschenstoffe erzielten ein noch deutlicheres Plus von 19 Prozent.


Der Export von Sportbekleidung legte um 18 Prozent zu, getragen von der guten Entwicklung bei Trainingsbekleidung und Bademoden für Damen, die den Löwenanteil der Ausfuhr im sportlichen Segment stellt. Im Bereich Babybekleidung bis Gr. 86 stiegen die deutschen Ausfuhren sogar um 33 Prozent. Bei der Unterwäsche entpuppte sich der Unterrock als Renner. Das Revival des traditionellen Kleidungsstücks sorgte für einen Zuwachs von 23 Prozent. Die Ausfuhr von Strumpfwaren kletterte „nur“ um 10 Prozent nach oben. Allerdings hatte das Exportgeschäft im Bereich Legwear am wenigsten unter der Krise gelitten und braucht keine entsprechenden Einbrüche wettzumachen.

„Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben sich die Exporte von Maschen- und Miederwaren um 16 Prozent auf knapp 3,4 Mrd. Euro erhöht und sind damit sogar etwas stärker angestiegen als die Textil- und Bekleidungsausfuhr insgesamt“, fasst Silvia Jungbauer, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin von Gesamtmasche, die erfreuliche Entwicklung zusammen.

Die Märkte Westeuropas, in die beinahe zwei Drittel der deutschen Maschenwarenausfuhr gehen, gaben mit einem Gesamtplus von 14 Prozent ein uneinheitliches Bild ab: Während wichtige Abnehmer wie die Schweiz und Frankreich um ein Fünftel mehr Ware aus Deutschland einführten als in der Vorjahresperiode, gaben die von Staatsschulden gebeutelten südeuropäischen Länder ein schwaches Bild ab. Dagegen befinden sich die Lieferungen in die neuen Mitgliedstaaten, die inzwischen für fast ein Fünftel der Branchenausfuhr stehen, mit plus 18 Prozent auf einem guten Kurs. Besonders stark entwickeln sich dabei Tschechien und die Slowakei. Die kräftigsten Impulse aber kamen erwartungsgemäß aus den Schwellenländern. Neben den BRIC-Staaten gehören Länder wie Südkorea, Mexiko und die Türkei zu den Aufsteigern.

 „Die Gewichte haben sich bereits deutlich verschoben“, schlussfolgert Jungbauer. So habe China die USA als Exportziel der Branche längst überrundet. Brasilien und Mexiko stünden bereits für über ein Fünftel der gesamten Amerikaausfuhr. In die Türkei wiederum sei mehr geliefert worden als nach China und Indien zusammen: In der ersten Jahreshälfte gingen Maschen- und Miederwaren im Wert von über 33 Mio. Euro (plus 57 Prozent) aus Deutschland an den Bosporus. Russland, stärkster Abnehmer außerhalb der EU nach der Schweiz, ist wieder Star unter den Absatzmärkten für Masche und Mieder: Mit einem Plus von 22 Prozent bei Maschen- und 25 Prozent bei Miederwaren ist das Land mit einem deutschen Exportwert von fast 112 Mio. Euro Wachstumsspitzenreiter in absoluten Zahlen.

(Redaktion)