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KMU & Freiberufler | Do, 22.09.2011 15:08

Meeting (2): Die 7-Worte-Regel gegen Vielredner

Von: Claus von Kutzschenbach

Jedes Meeting ist eine Bühne. Das nutzt der Vielredner gnadenlos aus. In seinem Vortrag, aber auch in Unterbrechungen anderer. Klare Sache: So ein Gehabe fällt in das in Teil (1) der Meeting-Serie beschriebene Hackordnungsgerangel.


Als Moderator haben Sie nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, Vielredner zu unterbrechen. Fordern Sie sie auf, ihre Sache jetzt in einem Satz mit genau sieben Worten zusammenzufassen. Begründung eins: Die bereits in Anspruch genommene Zeit. Begründung zwei: „Ich sehe, dass ihnen jetzt kaum noch jemand in der Gruppe folgen kann“. Die erste Begründung beeindruckt Vielredner vermutlich wenig, dafür die zweite umso mehr.

Als wirksam hat sich auch erwiesen, Vielredner auf ihre fachliche/berufliche Spezialkompetenz hinzuweisen und sie aufzufordern jetzt nur aus dieser Sicht einen Kommentar oder eine Beurteilung (wieder mit genau sieben Worten) abzugeben. Als ausgesprochener Fachmann will keiner den eben ausgesprochenen/verliehenen Expertenruf verlieren. Also wird er sich eher kurz fassen. 

Und was hat es mit diesen magischen sieben Worten auf sich? Nichts. Es sind genügend Worte, um einen guten Satz zu bilden und wenig genug, um schnell nachzählen zu können.  Und natürlich: Die Zahl Sieben hat was Magisches – jeder vermutet darin mehr als simplen Pragmatismus...

Und was, wenn Sie nicht Moderator sind und Ihnen der Vielredner allmählich auf die Nerven geht? Schwierig. Denn wenn Sie den Vielredner emotional aufgeladen direkt angreifen, greifen Sie automatisch auch den Moderator an, der den Vielredner ja reden lässt. Dann müssen Sie in Kauf nehmen, entweder selbst als Störer vom Moderator (und der schweigenden Gruppe) betrachtet zu werden oder sie putschen und nehmen dem Moderator mit Billigung der schweigenden Gruppe erfolgreich seinen Job weg. Zumindest vorübergehend.

Bessere Lösung: Sie rufen den Moderator um Hilfe an – Sie würden allmählich nicht mehr folgen können und bitten darum, dass der Moderator den Vielsprecher um eine Zusammenfassung ersucht.  Damit bleibt der Moderator vor Gesichtsverlust verschont. Einen Hinweis auf die Zeit dagegen ist schon wieder ein Angriff auf den Moderator, der offensichtlich nicht in der Lage ist, die Diskussion in zeitlich richtigen Bahnen zu lenken.

Zum Autor: Claus von Kutzschenbach ist Managementberater und -Trainer in Wiesbaden, Buchautor (z.B.: „Frauen – Männer – Management“) und wurde im Jahr 2010 Präsident des BDV e.V. – Der Berufsverband für Trauner, Berater und Coaches. Adresse: www.cvk-consulting.de