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KMU & Freiberufler | Do, 06.10.2011 15:06

Meeting (4): Längere Meetings gekonnt aufmischen

Von: Claus von Kutzschenbach

Früher war im Meeting die Nervosität der Raucher das Pausen-Signal. Heute rauchen weniger. Als Pausen-Signal stattdessen die wachsende Nervosität von E-Mail-Nutzern zu beobachten, ist dank der I-Phones auch vorbei: Entweder das Teil wird (heimlich) im Meeting benutzt oder diese Spezies ist schon nach fünf Minuten nervös.


Also auf die Uhr schauen und Pausen machen. Alle 45 Minuten etwa. Dabei Fenster öffnen. Nicht, damit neuer Sauerstoff hereinkommt (erstickt ist noch niemand), sondern dass die ausgeatmete Luft der Teilnehmenden abzieht. Die nämlich macht müde.

Gut sind Streckübungen in der Pause. Sie bringen den Kreislauf in Schwung. Nun ist das aber so eine Sache, Streckübungen höheren Vorgesetzten im Meeting zu empfehlen. Tipp: Strecken Sie sich einfach mal selbst – und beobachten Sie, ob die anderen mitmachen.

Besser, wenn Sie Langeweile und Konzentrationsschwächen gar nicht erst zulassen. Dazu drei Tipps:

(1) Flipchart-Skizze statt/zusätzlich zur Powerpoint Präsentation: Wer am Flipchart Zusammenhänge blitzschnell und ohne Rücksicht auf Schönheit skizziert, der animiert(!) live. Da schaut jeder hin – und wenn auch nur, um dann über das Gekrakel abzulästern: Hallo wach! Aber bitte selten einsetzen, der Oberlehrer früher an der Tafel hat auch gelangweilt.

(2) Vorher Handouts austeilen und im Vortrag die Teilnehmenden bitten, jetzt mal eine Passage im Handout genau anzusehen. Das erfordert Bewegung und neue Konzentration.

(3) Persönliche Story einbauen (wenn die Story kurz  ist): „Da fällt mir gerade ein, genau das habe ich jetzt ... erlebt ...“ Warum: Menschen interessiert kaum etwas so sehr wie Pleiten, Pech und Pannen. Nicht schön, aber hilfreich.

Was Sie zur Aktivierung der Teilnehmenden bitte vermeiden:

Ohne Vorwarnung einzelne Zuhörer ansprechen: Das ist unfair. Denn die oder der befindet sich vielleicht gerade im inneren Stand-by-modus und antwortet entweder unwillig, gestört – oder mit einer fröhlichen Selbstdarstellung. Alle anderen wechseln sofort in den „Alarm-Modus“. Sie denken nur noch daran, wie sie Moderatoren-Angriffe noch schlagfertiger parieren...

Vor der Gruppe hin und her zu wandern oder den Zuhörern zu nahe zu kommen, bzw. gar zwischen den Zuhörern hindurch zu gehen: Da können die Zuhörenden buchstäblich schwer folgen und das Unterschreiten der Redner-Zuhörer-Mindestdistanz wirkt als Bedrohung. Klar sind die Zuhörenden dann wach. Aber aus einem anderen Grund als dem, den Inhalten zu folgen...

Zum Autor: Claus von Kutzschenbach ist Managementberater und -Trainer in Wiesbaden, Buchautor (z.B.: „Frauen – Männer – Management“) und wurde im Jahr 2010 Präsident des BDV e.V. – Der Berufsverband für Trauner, Berater und Coaches. Adresse: www.cvk-consulting.de