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KMU & Freiberufler | Do, 13.10.2011 15:02

Meeting (5): Diskussionen abkürzen, Ergebnis einleiten

Von: Claus von Kutzschenbach

Bevor in Meetings die „Man-könnte-Phase“ in die „Ich-tue-Phase“ wechselt, dauert es oft lang. Manchmal kommt es gar nicht zu einem Ergebnis, weil die Diskussionen nicht enden wollen. Achtung: Diskussionen im Meeting sind Indiz für einen andauernden Hackordnungs-Prozess (siehe Meeting-Serie, Teil 1: „Was im Meeting wirklich abläuft“).


Nun hat man uns aber gelehrt, dass Diskussionen gut und Demokratie ohne Diskussion geradezu undenkbar sei. Ja. Aber irgendwann ist Schluss der Debatte und dann wird abgestimmt.

Und vertrackt, immer, wenn Sie als Moderator meinen, endlich wäre der Zeitpunkt zur Abstimmung gekommen, packt einer den rhetorischen Grundsatzhammer aus: „Das sollte erst einmal grundsätzlich definiert werden!“ – Und dann geht nichts mehr, bzw. die Diskussion beginnt erneut.

Tipp für Ihre Reaktion: „Das können wir gern machen. Gleichzeitig haben wir schon viele Pro- und Contra-Argumente. Die will ich jetzt notieren, damit sie uns nicht verloren gehen.“  Dann stehen Sie auf, ziehen einen senkrechten Strich auf einem Flipchart  und listen links und rechts davon die Pro- und Contra-Argumente in Stichworten auf (oder lassen Sie das jemand anderen tun, während Sie weiter moderieren).

Unterbinden Sie ab sofort jede Diskussion: Wenn jemand anderer Meinung ist als der Vorredner, unterbrechen Sie ihn: „Ich brauche nur Ihr Pro- oder Contra-Stichwort ...“ Oder Sie schreiben stillschweigend einen Begriff aus dem Wortbeitrag des Diskutanten an die Flipchart, fragen „Ist das so richtig? – Dann der nächste ...“

Wenn eine oder mehrere Flipchart-Blätter mit Pro- und Contra-Begriffen voll beschrieben sind, kommt die Frage: „Was sehen Sie, welches Ergebnis zeichnet sich jetzt ab?“ Und dann: „Welchen Schritt müssen wir jetzt konsequenterweise tun, damit wir unser Meeting mit einem guten Ergebnis beenden?“ – Nun ja, und damit haben Sie normalerweise tatsächlich ein gutes Ergebnis erreicht. Mag sein, dass der eine oder die andere immer noch diskutieren will – aber die Mehrheit dürfte jetzt davon genug haben und Stühle scharrend den Wunsch nach einem schnellen Meeting-Ende äußern.

Zum Autor: Claus von Kutzschenbach ist Managementberater und -Trainer in Wiesbaden, Buchautor (z.B.: „Frauen – Männer – Management“) und wurde im Jahr 2010 Präsident des BDV e.V. – Der Berufsverband für Trauner, Berater und Coaches. Adresse: www.cvk-consulting.de