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KMU & Freiberufler | Fr, 21.10.2011 11:15

Meeting (6): Ende gut, alles gut – professionelles Finale!

Von: Claus von Kutzschenbach

Das Meeting ist die Königsdisziplin des Führens. Denn im Meeting hat der Moderator (oder Chef) alle Projektmitarbeiter (sein gesamtes Team) beieinander, Einzelabsprachen werden überflüssig. Zudem bildet sich im Meeting die Gruppenstruktur immer wieder neu (bzw. stabilisiert sich), jeder ist an der Erarbeitung von Ergebnissen beteiligt und gute Meetings sind die Grundlage der Teambildung und des WIR-Gefühls (siehe auch Teil 1 dieser Serie: „Was in Meetings wirklich abläuft).


„Gute Meetings“, wohlgemerkt. Und da werden leider oft die besten Chancen in der Schlussminute verspielt: Der Moderator vergisst zu sagen, dass dieses ein gutes Meeting war.

Wenn der Moderator nicht sagt, dass das Meeting gut war, dann hat man als Teilnehmender vielleicht nur ein vages Gefühl „war ganz o.k.“. Aber weiter denkt man darüber nicht nach.

Finale Aufgabe des Moderators ist es also, das Meeting am Schluss zu bewerten. Das bleibt haften und zwingt alle, ihrerseits über das Meeting nachzudenken. Mit der Konsequenz, sich beim nächsten Mal wieder so diszipliniert zu verhalten oder bei schlechter Bewertung mehr Disziplin zu zeigen.

Aber bei der Bewertung nicht lobhudeln, sondern Klartext: Menschen bauen nur dann Vertrauen auf, wenn sie die Aussage des Moderators/Chefs positiv mit der eigenen Einschätzung abgleichen können – oder eine andere zumindest nachvollziehen können. Das falsche Wort am Schluss programmiert sofort den Misserfolg des nächsten Meetings.

Und noch ein Wort ganz zum Schluss: Mit der Bewertung des Meetings erfolgt indirekt ja auch eine Bewertung des Teams, das am Meeting teilgenommen hat. Könnte man das nicht auch direkt...?

Ja, man soll sogar. Denn so sprechen Sie noch einmal das Team als Ganzes an (Teambildung!): „Macht Spaß mit diesem Team, wir sind gut vorangekommen“. Oder „Im Vergleich zu anderen Gruppen waren wir richtig gut“. Oder „So gute Ergebnisse in so kurzer Zeit – das sollen uns andere erst einmal nachmachen“. Achtung: Die  beiden letzten Bemerkungen sind wettbewerbsorientiert, das empfiehlt sich mehr für eine Männerrunde. Das Pendant für eine mehr weiblich besetzte Runde: „Ich freue mich über das gute gegenseitige Verständnis und die Harmonie in diesem Team ...“

Klartext bei nicht so guten Meetings: „Also heute waren wir alle nicht sehr bei der Sache, das hat uns alle Zeit und Energie gekostet. Das nächste Mal wird’s besser. Da bin ich ganz sicher. Danke, dass Sie da waren ...“

Und dafür ich danke Ihnen an dieser Stelle auch!

Zum Autor: Claus von Kutzschenbach ist Managementberater und -Trainer in Wiesbaden, Buchautor (z.B.: „Frauen – Männer – Management“) und wurde im Jahr 2010 Präsident des BDV e.V. – Der Berufsverband für Trauner, Berater und Coaches. Adresse: www.cvk-consulting.de