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Wirtschaft | Mo, 04.04.2011 09:35

Mehr als 16.000 Gründungen mit wirtschaftlicher Substanz in Baden-Württemberg im Jahr 2010

Im Jahr 2010 wagten in Baden-Württemberg 95.987 Personen den Schritt in die Selbstständigkeit, in dem sie einen von 86.943 Gewerbebetrieben alleine oder gemeinsam mit anderen gründeten. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lag die Zahl der Gründungen damit um ein Prozent über dem Vorjahreswert.


Ein etwas geringerer Zuwachs ist bei Existenzgründungen, die aufgrund der voraussichtlichen Beschäftigtenzahl oder der Rechtsform eine größere wirtschaftliche Substanz vermuten lassen, zu verzeichnen. 2010 waren dies insgesamt 16.731 Betriebsgründungen und damit 0,4 Prozent mehr als im Jahr 2009. Ein deutlicher Rückgang von 7 Prozent zeigt sich hingegen bei den Unternehmensübernahmen aufgrund von Erbfolge, Kauf oder Pacht, von denen 2010 insgesamt 6.591 registriert wurden.

Mit einem Anteil von 28 Prozent erfolgten die Betriebsgründungen mit wirtschaftlicher Substanz am häufigsten im Handel und hier insbesondere im Einzelhandel (ohne Kfz). An zweiter Stelle standen die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie das Baugewerbe (jeweils 11 Prozent). Zu den genannten Dienstleistungen gehören zum Beispiel die Verwaltung und Führung von Unternehmen, die Unternehmensberatung und der Bereich Werbung und Marktforschung. Betriebsgründungen mit wirtschaftlicher Substanz werden zu 42 Prozent als GmbH und zu 33 Prozent mit der Rechtsform Einzelunternehmen gegründet. Unter den 6.860 GmbH-Gründungen waren 1.070 (knapp 16 Prozent) mit der Rechtsformvariante Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt). Dies sind 82 Fälle oder 8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Eine wirtschaftlich bedeutsamere Betriebsgründung nahmen im Jahr 2010 etwa 22.900 Personen vor, darunter knapp 5.100 Gründerinnen und Gründer (22 Prozent) mit ausländischem Pass. Der Frauenanteil betrug 17 Prozent, dies entspricht etwa 4.000 Frauen. Unter den Ausländern bildeten die Gründer mit türkischer Staatsangehörigkeit mit 15 Prozent die größte Gruppe. Sie gründen häufig im Handel (26 Prozent) und im Gastgewerbe (20 Prozent) einen Betrieb mit wirtschaftlicher Substanz.

Die Gründungsintensität der wirtschaftlich bedeutsameren Betriebsgründungen betrug 2010 in den Flächenländern Deutschlands zwischen 15 und 22 Gründungen je 10.000 Einwohner. Baden-Württemberg liegt mit knapp 16 Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner auf dem vorletzten Platz der Rangliste. Die höchsten Werte ergeben sich für die Bundesländer Bayern (22), Brandenburg (21) und Sachsen (20). Auch Hessen und Mecklenburg-Vorpommern (jeweils 19) liegen noch über dem Bundeswert von 18 Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner.

Nicht nur zwischen den Bundesländern auch innerhalb Baden-Württembergs zeigen sich regionale Unterschiede bei den Gründungsaktivitäten. Eine überdurchschnittliche Gründungsintensität von 25 Betriebsgründungen und mehr je 10 000 Einwohner weisen die Stadtkreise Baden-Baden (38), Mannheim (27) und Heilbronn (25) auf. Auch die Stadtkreise Ulm (24) und Stuttgart (23) liegen deutlich über dem Landesdurchschnitt. In den Landkreisen zeigt sich in der Regel eine etwas niedrigere Gründungsintensität. Mit einer Quote von 19 führt der Landkreis Esslingen vor den Landkreisen Schwarzwald-Baar-Kreis (17) sowie Reutlingen, Ludwigsburg, Göppingen und Konstanz mit je 16 Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner.

(Redaktion)