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Wirtschaft | Mi, 28.05.2014 08:55

Mehr als 40 Prozent der gewerblichen Gründungen durch Ausländer

Das gewerbliche Gründungsgeschehen in Deutschland wird nach wie vor stark durch ausländische Existenzgründer beeinflusst: Seit 2003 steigt ihre Anzahl stetig bzw. verharrt auf hohem Niveau, während die Anzahl der deutschen Gründer seit 2004 sinkt. Infolgedessen ist der Ausländeranteil kontinuierlich gestiegen. Im vergangenen Jahr lag er bei 42,7 Prozent aller gewerblichen Gründungen. Damit war der Anteil mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2005 (18,8 Prozent).


Nach Untersuchungen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn sind die Gründe für die Ausweitung der Gründungsaktivitäten von Ausländern vor allem in der zunächst fehlenden Arbeitnehmerfreizügigkeit zu finden, die jeweils zeitweise für Bürger der neuen EU-Beitrittsländer galt. „Differenziert man nämlich die gewerblichen Gründer in Deutschland nach ihren Nationalitäten, so stellt man fest: Die Anzahl der nichteuropäischen Gründer und diejenige der Europäer, deren Herkunftsländer schon länger Mitglied in der EU sind, sank in der Vergangenheit tendenziell ebenso wie die der deutschen Gründer“, berichtet Dr. Rosemarie Kay, stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn.

Hingegen wichen vielfach Bürger aus den Ländern Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn, die am 1. Mai 2004 der EU beigetreten waren, auf eine selbstständige Tätigkeit aus, weil sie bis zum 30. April 2011 nicht über die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit verfügten. Für Bürger Rumäniens und Bulgariens (EU-Beitritt: 1.1.2007) war bis zum Ende des vergangenen Jahres die abhängige Erwerbstätigkeit eingeschränkt. Die bevorzugten Branchen: Im vergangenen Jahr erfolgten etwa drei Viertel aller gewerblichen Betriebsgründungen von Ausländern in den drei Wirtschaftszweigen Baugewerbe (45 Prozent), Handel (18,2 Prozent) und Gastgewerbe (10,2 Prozent).

„Auf mittlere Sicht ist zu erwarten, dass sich das Gründungsverhalten der Bürger der osteuropäischen EU-Beitrittsländer dem der übrigen Ausländer anpassen wird und deren Gründungsaktivitäten entsprechend deutlich zurückgehen werden“, resümiert Dr. Rosemarie Kay.

(Redaktion)