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Wirtschaft | Do, 06.10.2011 08:57

Mehr Ausbildungsplätze im Südwesten

Die Südwestwirtschaft hat in diesem Jahr bei der Ausbildung weiter zugelegt. Nach Angaben der zwölf baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHK) wurden bis zum 30. September 2011 46.629 neue Ausbildungsverträge zwischen Jugendlichen und Unternehmen abgeschlossen. Dies ist ein Plus von 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.


Das im Ausbildungspakt zwischen Wirtschaft und Land vereinbarte Ziel, jedem Jugendlichen ein angemessenes Qualifizierungsangebot zu machen, wurde von den IHK-Mitgliedsunternehmen wiederum erfüllt. So liegt nach Angaben der Kammern die Zahl der neuen IHK-Ausbildungsbetriebe zum Ende September bei 3.009 (Soll Ende 2011: 2.364). Die Anzahl der eingeworbenen Lehrstellen beträgt aktuell 8.476 (Soll Ende 2011: 4.729). Bei den bereitgestellten Praktikumsplätzen zur Einstiegsqualifizierung (EQ) wurde zwar das Ziel mit 3.429 nicht erreicht (Soll Ende 2011: 5.407). Die Zahl der bereitgestellten Plätze liegt jedoch deutlich über dem tatsächlichen Bedarf und wird bis Jahresende noch höher ausfallen. In der Region Stuttgart erreichen die Betriebe mit 10.864 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem letzten Jahr.

„Mit dieser außerordentlich guten Ausbildungsbilanz haben die IHK-Mitgliedsbetriebe ihr Versprechen gehalten und jedem geeigneten Jugendlichen, der dies wünschte, ein Qualifizierungsangebot gemacht“, erklärt Dr. Herbert Müller, Präsident der IHK Region Stuttgart und Federführer Ausbildung der IHKs in Baden-Württemberg. Das Engagement für die Ausbildung in der Südwestwirtschaft sei weiter ungebrochen. „Die Unternehmen haben längst realisiert, dass Ausbildung der Königsweg ist, um an gute Fachkräfte zu kommen.“  Angesichts wachsenden Fachkräftemangels müsse aber auch die Politik weitere Anstrengungen unternehmen, damit die Ausbildungsreife der Schulabgänger verbessert werde.

Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes verlassen 2012 (93.500 Abgänger) rund 7.000 junge Leute weniger die Schulen mit Hauptschulabschluss und Mittlerem Abschluss gegenüber diesem Jahr (100.500 Abgänger). Das sind sieben Prozent weniger.

Nach Angaben der Kammern führen diese Entwicklungen dazu, dass die Unternehmen immer früher mit ihren Ausbildungsangeboten starten. So seien allein in der Lehrstellenbörse der IHK Region Stuttgart für das kommende Ausbildungsjahr 2012 schon mehr als 1.400 freie Lehrstellen eingetragen.

Die IHKs haben mehrere Initiativen ins Leben gerufen, um den Unternehmen intensiv bei der Besetzung ihrer freien Stellen zu helfen. Zum Beispiel wurden seit zwei Jahren unter dem Motto „Jeder Schule einen Partnerbetrieb“ viele Bildungspartnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen geschlossen. Aktuell sind mehr als 1.300 Schulen mindestens eine Partnerschaft mit einem Unternehmen eingegangen. Das sind fast 80 Prozent der Schulen im Land. Ziel der Initiative, die von der Landesregierung, dem Arbeitgeberverband und dem Handwerk unterstützt wird, ist es, Schülern konkretes Wissen aus dem Wirtschafts- und Arbeitsleben zu vermitteln und die Berufsorientierung zu verbessern. Gleichzeitig lernen Unternehmen auf diesem Weg potenzielle Auszubildende kennen.

Eine neue Initiative der IHK Region Stuttgart gemeinsam mit den Arbeitsagenturen ist das Projekt „Azubi gesucht“, bei dem ein Expertenteam der IHK den Unternehmen hilft, die sich mit der Besetzung ihrer Lehrstellen schwer tun. Das Projekt ist gut angelaufen und hat landesweit seit Mai schon zu fast 100 Vermittlungen geführt.

Soeben an den Start geht eine weitere Idee der IHK Region Stuttgart: Auszubildende aus den Unternehmen sollen dafür gewonnen werden, in den Schulen für eine berufliche Ausbildung zu werben. Diese so genannten Ausbildungsbotschafter können laut Dr. Müller am besten bei den etwa Gleichaltrigen das Interesse an einer Berufsausbildung wecken. Gefördert wird die Initiative vom Finanz- und Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg. Seit Projektstart am 1. September wurden schon etwa 150 Ausbildungsbotschafter akquiriert, die ab Oktober in die Schulen gehen.

(Redaktion)