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Wirtschaft | Fr, 23.03.2012 08:50

Mehr Ausbildungsverträge im baden-württembergischen Handwerk

Zum ersten Mal seit 2007 haben wieder mehr junge Menschen eine Ausbildung im baden-württembergischen Handwerk begonnen. Im Jahr 2011 wurden 21.069 neue Ausbildungsverträge geschlossen.


"Das entspricht einem erfreulichen Plus von 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", teilte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle mit. Dies sei ein positiver Trend vor dem Hintergrund rückläufiger Schülerzahlen und der Konkurrenz mit der Industrie um gute Schulabgänger.

"Die Ausbildungsbereitschaft ist hoch und die Betriebe hätten gerne noch mehr ausgebildet, aber viele finden keinen Lehrling", sagte Möhrle. Erneut blieben mehrere tausend Ausbildungsplätze offen. Zuwächse gab es vor allem bei den Metall- und Elektroberufen. Auch im Zimmererhandwerk konnten mehr als 130 neue Auszubildende eingestellt werden. Rückgänge gab es bei den Nahrungsmittelberufen, aber auch bei den Friseuren, wo rund 100 Verträge weniger unter Dach und Fach gebracht wurden. Zwar gibt es seit Jahren einen wachsenden Betriebsbestand bei den Friseuren. Viele sind jedoch Ein-Personen-Betriebe, bei denen der Inhaber oft nur nebenberuflich zu Kamm und Schere greift.

Rund 1.300 neue Auszubildende hatten Abitur oder Fachabitur. Zwar langsam, aber erkennbar trage das Bemühen um Schulabgänger mit höherem Bildungsabschluss Früchte. Möhrle: "Das Handwerk wirbt seit einigen Jahren aktiv mit konkreten Karriereplänen, mit dualen oder trialen Studiengängen um Abiturienten."

Mit Bedenken sieht der Handwerkstag, dass 6.316 Ausbildungsverträge und damit 13 Prozent mehr als im Vorjahr vorzeitig gelöst wurden. Jeder vierte Neuvertrag wurde vorzeitig beendet, davon wiederum ein Viertel in der Probezeit. Der Handwerkstag sehe sich in seiner Forderung nach einer vertieften Berufsorientierung in allen Schularten bestätigt. Möhrle: "Ich bin sicher, dass es deutlich seltener zu Abbrüchen kommt, wenn sich junge Leute über ihre Stärken bewusster werden und eine konkretere Vorstellung davon bekommen, wo sie ihre berufliche Zukunft sehen."

17.911 Lehrlinge haben ihre Ausbildung im Jahr 2011 erfolgreich mit dem Gesellenbrief beendet. Derzeit legt etwa jeder fünfte Geselle die Meisterprüfung ab. Rund jeder zweite Meister hat Interesse an der Selbstständigkeit.

(Redaktion)