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| Di, 10.11.2009 09:43

Ministerpräsident Oettinger und Bild-Herausgeber Diekmann enthüllen Mauer-Denkmal in Stuttgart

„Der Fall der Mauer war in erster Linie eine Leistung der Menschen in der damaligen DDR, ein Tag der Freude war er für alle Menschen in Deutschland. Dass die Bild-Zeitung allen deutschen Ländern ein Stück der Berliner Mauer schenkt, damit im ganzen Land Orte der Erinnerung an dieses wichtige Ereignis in der deutschen Geschichte entstehen, macht dies deutlich“, erklärte Ministerpräsident Günther H. Oettinger anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls und der Enthüllung des Mauerstücks am Montag (9. November 2009) in Stuttgart.

Am 20. Jahrestag des Mauerfalls enthüllte Ministerpräsident Günther H. Oettinger (r.) gemeinsam mit dem Chefredakteur und Herausgeber der Bild-Zeitung, Kai Diekmann (l.), und Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster (M.) in Stuttgart ein von der Axel Springer AG gestiftetes Originalstück der Berliner Mauer. (Foto: Staatsministerium BW)

Am 20. Jahrestag des Mauerfalls enthüllte Ministerpräsident Günther H. Oettinger (r.) gemeinsam mit dem Chefredakteur und Herausgeber der Bild-Zeitung, Kai Diekmann (l.), und Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster (M.) in Stuttgart ein von der Axel Springer AG gestiftetes Originalstück der Berliner Mauer. (Foto: Staatsministerium BW)


„Ebenso sind die Erinnerung an die Ereignisse im Herbst 1989 und die deutsche Einheit nicht etwa nur eine ostdeutsche, sondern eine gesamtdeutsche Angelegenheit. Sie sind bedeutende Symbole für die Kraft der Freiheit und Demokratie.“ Oettinger dankte der Axel Springer AG für das Geschenk, mit dem die Rolle des Mauerfalls als gesamtdeutsches Ereignis unterstrichen werde.

Gemeinsam mit dem Chefredakteur und Herausgeber der Bild, Kai Diekmann, enthüllte der Ministerpräsident am Nachmittag in der Nähe des Landtags an der Konrad-Adenauer-Straße das von der Axel Springer AG gestiftete Originalstück der Berliner Mauer, das unter anderem die Silhouette Berlins sowie den Wortlaut der ehemaligen Schilder der Sektorengrenze wiedergibt.

„Als die Berliner Mauer am 9. November 1989 fiel, war dies ein Tag des Glücks und der Freude für ganz Deutschland, für Europa und die Welt“, betonte der Ministerpräsident. Er hob insbesondere die Leistung der Menschen in der ehemaligen DDR hervor, die auf friedliche Weise Mauer und Stacheldraht überwunden hätten, und sprach dabei auch die wichtige Rolle der Kirchen als Keimzelle der Bürgerrechtsbewegung an. Als herausgehobene Verfechter der deutschen Einheit erwähnte Oettinger den „Kanzler der Einheit“, Helmut Kohl, und den Firmengründer des Springer-Verlages, Axel Springer. Dieser habe unbeirrbar an seinem Traum von der deutschen Einheit festgehalten, habe dessen Realisierung aber leider nicht mehr miterlebt.

Im Beisein von Vertretern verschiedener Opferorganisationen erinnerte der Ministerpräsident auch an die Opfer an Mauer und innerdeutscher Grenze. Noch weitaus mehr Menschen hätten unter der Bespitzelung durch die Stasi, politischen Prozessen und Inhaftierung oder der fehlenden Meinungs- und Reisefreiheit gelitten.

In seiner Ansprache ging Ministerpräsident Oettinger auch auf den gewählten Standort des Denkmals in Sichtweite des Oberen Schlossgartens sowie auf einer gedachten Linie zwischen Landtag und Haus der Geschichte ein: „Wo könnte ein Symbol für Freiheit und Demokratie besser verortet sein als in der Nachbarschaft unseres Landesparlaments, direkt gegenüber dem Haus der Geschichte? Hier steht das Stück der Mauer, ein Zeuge der Unfreiheit, Auge in Auge mit dem Parlament als ständigem Mahner für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.“

Der Ministerpräsident dankte schließlich dem Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster und den Gremien des Gemeinderats für die Benennung des am Denkmal vorbeiführenden Weges nach Peter Huchel. Der deutsche Schriftsteller und Lyriker sei neun Jahre vom SED-Regime isoliert worden und habe Publikations- und Reiseverbot auferlegt bekommen, bevor er aus der DDR ausreisen durfte und sich in Baden-Württemberg niederließ. „Hiermit unterstreichen Sie die Bedeutung der Mauer als Symbol der fehlenden Meinungsfreiheit und der versagten freien Entfaltung von Kunst, Kultur und Kreativität.“

(Staatsministerium BW)