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Wirtschaft | Mi, 12.12.2012 09:58

Mitarbeiter haben wenig Vertrauen in das Topmanagement ihres Unternehmens

Das Verhalten ihrer Unternehmensführung kann weniger als ein Viertel der Beschäftigten in Deutschland nachvollziehen. In ihren Augen stimmen Reden und Handeln des Topmanagements nicht überein. Und acht von zehn Mitarbeitern sprechen ihrer Unternehmensleitung die Glaubwürdigkeit ab. Das hat schwere Folgen für den Unternehmenserfolg. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Leadership im Topmanagement deutscher Unternehmen". Dafür hat die Unternehmensberatung Rochus Mummert Mitarbeiter und Führungskräfte großer und mittelständischer Unternehmen befragt.


„Dass so viele Arbeitnehmer ihre obersten Vorgesetzten als falsche Prediger sehen, ist alarmierend und hat fatale Folgen für die Unternehmen“, sagt Dr. Hans Schlipat, Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe. „Wenn Fachkräfte und leitende Angestellte die Aussagen ihrer Chefs nicht mehr ernst nehmen, dann verlieren Manager nicht nur den Respekt ihrer Mitarbeiter, sondern weitgehend auch die Möglichkeit, sie erfolgreich zu führen“, ergänzt Studienleiter Dr. Peter Euringer.

Beunruhigend ist auch der Graben, der sich zwischen Topentscheidern und Belegschaft auftut. 63 Prozent der Vorstände und Geschäftsführer sind davon überzeugt, dass ihre Worte und Taten voll in Einklang stehen. Allerdings sehen dass nur 17 Prozent der Mitarbeiter in Fachabteilungen und 31 Prozent der leitenden Angestellten genauso. Ein übereinstimmender Befund ergibt sich bei der Frage nach der Vorbildfunktion. 63 Prozent der Chefs sind davon überzeugt, eine hohe moralische Integrität zu besitzen und dafür von der Belegschaft geschätzt zu werden. Nur 16 Prozent der Fachkräfte und 22 Prozent der leitenden Angestellten teilen diese Meinung.

Dabei würde sich mehr Verlässlichkeit und Transparenz lohnen, wie die Studie weiter zeigt. Denn Glaubwürdigkeit und Erfolg hängen voneinander ab. In Unternehmen mit weit überdurchschnittlichem Wachstum bewerten 71 Prozent der Befragten das Reden und Handeln ihrer Chefs als voll übereinstimmend. In Firmen mit durchschnittlichem Wachstum sind es hingegen nur 13 Prozent. Eine hohe Glaubwürdigkeit trägt auch zu mehr Arbeitsfreude bei: 62 Prozent der Befragten, die zufrieden oder sehr zufrieden an ihrem Arbeitsplatz sind, billigen ihren Chefs eine hohe moralische Integrität zu.

(Redaktion)