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Wirtschaft | Do, 18.07.2013 09:09

Mittelständler in Baden-Württemberg sehen Profitabilität durch Energiewende gefährdet

Die Entscheider in mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg gehen von deutlichen Einflüssen auf ihre Geschäftsentwicklung durch die eingeleitete Energiewende in Deutschland aus. Das zeigt die aktuelle Studie „Energiewende im Mittelstand“, die der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) gemeinsam mit seinem Forum Baden-Württemberg durchgeführt hat.


62 Prozent erwarten der Studienteilnehmer, dass die Zuverlässigkeit der Energieversorgung abnimmt. Knapp 90 Prozent befürchten weiterhin, dass die Profitabilität im Unternehmen ohne geeignete Gegenmaßnahmen leiden wird. Jeder Dritte prognostiziert sogar erhebliche Beeinträchtigungen.

Matthias Wendler, BDU-Studienleiter und Mitglied des Vorstandes im BDU-Forum Baden-Württemberg: „Das Thema ist massiv auf der obersten Entscheidungsebene der KMU angekommen. Die Unternehmenslenker erkennen, welch hohe strategische Bedeutung die Energiewende für den künftigen Unternehmenserfolg besitzt.“

Die Stellschrauben, die es zu bedienen gilt, haben die Mittelständler dabei offensichtlich fest im Blick. Den wichtigsten Beitrag soll aus Sicht der Befragungsteilnehmer eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz  beisteuern. Das könnte beispielsweise durch modernere und sparsamere Maschinen- und Fuhrparks oder eine bessere Energierückgewinnung geschehen. Eine hohe Bedeutung wird auch darin gesehen, das Preis- und Vertragsmanagement auf der Absatzseite zu intensivieren, um Energiekostensteigerungen gezielt weiterreichen zu können.

Als weitere geeignete Handlungsoption bewerten die Entscheidungsträger in den KMU die Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001. Darüber hinaus können sich knapp Zweidrittel der Befragungsteilnehmer vorstellen, Energie auch selbst zu erzeugen. Hingegen planen offensichtlich nur wenige KMU als Reaktion, ihre energieintensive Produktion ins günstigere Ausland zu verlagern.

Hinsichtlich der zum Teil notwendigen Investitionen zeigen sich die Mittelständler allerdings häufig zögerlich. So gab gut die Hälfte der Befragungsteilnehmer an, noch keine Budgets zur Steigerung der Energieeffizienz eingeplant zu haben. Weiterhin verfügen rund 70 Prozent bislang nicht über Investitionspläne, um Versorgungsschwankungen abzufedern. 54 Prozent haben bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Entscheidung getroffen, ob und in welchem Umfang sie in die Energieproduktion für den eigenen Unternehmensbedarf investieren werden.

Wendler: „Die Mittelständler müssen hier viel aktiver und mutiger agieren. Bereits heute lässt sich die Stromerzeugung für den eigenen Bedarf wirtschaftlich betreiben. Durch den Einsatz intelligenter Techniken können sich Investitionen bereits in kürzester Zeit amortisieren.“ 

(Redaktion)