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Wirtschaft | Mi, 01.08.2012 11:12

Mobiler Internetzugang: Unternehmen aus Baden-Württemberg deutlich über EU-Durchschnitt

Die Nutzung mobiler Breitbandanschlüsse durch die Unternehmen in Baden-Württemberg hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Der technisch mögliche Versorgungsgrad lässt sich jedoch nicht mit der tatsächlichen Nutzung der Breitbandinfrastruktur durch die Unternehmen und Haushalte gleichsetzen. Bei den Unternehmen (ohne Finanzdienstleister) ab zehn Beschäftigten verfügten im Jahr 2011 in Baden-Württemberg 91 Prozent über einen festen Breitbandanschluss. Das Land lag damit bei den festen Breitbandanschlüssen drei Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Im EU-Vergleich nahm Baden-Württemberg allerdings – zusammen mit Dänemark – lediglich den 9. Platz ein.


Spitzenreiter waren Spanien und Finnland, wo jeweils 96 Prozent der Unternehmen über einen festen Breitbandzugang auf das Internet zugriffen. Eine besonders geringe Verbreitung fester Breitbandanschlüsse wiesen 2011 die Unternehmen in Rumänien mit einem Anteil von 54 Prozent und Bulgarien mit 68 Prozent auf. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Digitales Baden-Württemberg“ des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg. Die Untersuchung befasst sich ausführlich mit der Bedeutung von IKT, insbesondere im Hinblick auf die Innovationstätigkeit, in Baden-Württemberg.

Mobile Breitbandzugänge über das Handy oder den Laptop werden von immer mehr Unternehmen in den Ländern der EU eingesetzt. Nutzten im Jahr 2010 im Durchschnitt der EU-27-Länder erst 27 Prozent der Unternehmen einen mobilen Breitbandzugang, so waren es ein Jahr später bereits 20 Prozent mehr. Hierbei nahm die Verbreitung mobiler Breitbandzugänge bei den baden-württembergischen Unternehmen überdurchschnittlich zu. In 2010 lag der Anteil der Unternehmen mit mobilem Breitbandzugang hierzulande mit 25 Prozent noch etwas unter dem Durchschnitt der EU-27-Länder. Innerhalb nur eines Jahres hat sich der Anteil jedoch mehr als verdoppelt und stieg auf 57 Prozent an – deutliche 10 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt. Das mobile Breitbandinternet beschleunigt Innovationen: Es verschafft den Unternehmen neue Möglichkeiten, Prozesse flexibler und effizienter zu organisieren, zum Beispiel indem Mitarbeiter ortsunabhängig auf unternehmensinterne Daten und Programme zugreifen können.

Auch innerhalb der Unternehmen steigt der Anteil der Beschäftigten mit Zugang zum Internet. Verfügten 2004 im Durchschnitt erst 36 Prozent der Belegschaft über einen Internetzugang am Arbeitsplatz, so stieg dieser Anteil bis 2011 um beträchtliche 19 Prozentpunkte auf 55 Prozent deutlich an. In 2011 konnten zudem in Baden-Württemberg durchschnittlich 13 Prozent der Belegschaft der Unternehmen ab zehn Beschäftigten mit einem tragbaren Endgerät (Laptop, Mobiltelefon) über einen Breitbandzugang ins Internet gehen.

Aber nicht nur die Produktivität der Beschäftigten am Arbeitsplatz lässt sich durch das Internet erhöhen, es befreit die Mitarbeiter oftmals auch vom Zwang, persönlich am Arbeitsplatz anwesend zu sein, um ihrer Arbeit nachzugehen. Bereits 40 Prozent der Unternehmen ab zehn und stattliche 89 Prozent der Unternehmen ab 250 Beschäftigten ermöglichten 2011 Mitarbeitern den Fernzugriff auf das E-Mail-System, Dokumente oder Anwendungen. Dadurch vereinfacht das Internet den Beschäftigten das ortsunabhängige Arbeiten.

Noch deutlicher an Bedeutung gewonnen hat der drahtlose Zugang zum Netzwerk eines Unternehmens mittels WLAN. Ein drahtloses Netzwerk ist ein Schritt in Richtung des mobilen Arbeitens, da es Mitarbeitern unabhängig vom eigenen Schreibtisch auf dem Firmengelände den Zugang zum firmeneigenen Netz oder dem Internet bietet. Betrieben 2004 erst 10 Prozent aller Unternehmen mit Computernutzung auch ein WLAN-Netzwerk, so waren es 2010 bereits knapp über 30 Prozent. Bei den großen Unternehmen alleine waren es 2010 sogar über 70 Prozent verglichen mit 30 Prozent im Jahr 2004.

Insgesamt gesehen gingen 2011 mit 17 bzw. 18 Prozent der Internetnutzer etwa gleich viele Personen mit Handy/Smartphone unterwegs ins Internet wie mit einem Laptop oder Netbook. Bei den jüngeren Internetnutzern dominiert das Handy als bevorzugtes Zugangsgerät, während Internetnutzer ab 45 Jahren bevorzugt einen tragbaren Computer benutzen.

(Redaktion)