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Wirtschaft | Mi, 24.07.2013 10:11

Mobiles Internet immer beliebter

Die Nutzerzahlen und das Datenvolumen sind im mobilen Bereich zuletzt erneut stark angestiegen. Anfang 2013 nutzten fast 34 Millionen Deutsche die Mobilfunkstandards der dritten und vierten Generation, UMTS und LTE. Das waren fünf Millionen oder 17 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Noch stärker gestiegen ist das insgesamt mobil übertragene Datenvolumen. Hier gab es ein Plus um 40 Prozent von 100 Millionen auf rund 140 Millionen Gigabyte, die mobil übertragen werden. Das teilte der Hightech-Verband Bitkom auf Basis aktueller Daten der Bundesnetzagentur mit.

Das mobile Internet verzeichnet ein starkes Wachstum. (Grafik: Bitkom)

Das mobile Internet verzeichnet ein starkes Wachstum. (Grafik: Bitkom)


„Durch die zunehmende Verbreitung von LTE mit seinen schnellen Übertragungsraten wird die mobile Datenkommunikation weiter sehr stark steigen“, kündigt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder an.

LTE steht für Long Term Evolution. Dieser Standard ermöglicht Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s. Die derzeit typische Bandbreite liegt zwischen 5 bis 20 Mbit/s je Teilnehmer, mit der Weiterentwicklung LTE-Advanced werden 30 bis 180 Mbit/s erreicht. Ende 2012 waren bei den Netzbetreibern rund 1,1 Millionen LTE-Nutzer gemeldet. Laut Breitband-Atlas der Bundesregierung lag die Netzabdeckung von LTE Ende zu diesem Zeitpunkt bei knapp 52 Prozent der Haushalte. Die Zahl der LTE-Basisstationen hatte sich innerhalb des vergangenen Jahres auf 9.600 verdreifacht.

In Deutschland gibt es rund 113 Millionen Mobilfunkverträge, fast 1,4 pro Einwohner. Laut einer repräsentativen Umfrage im Bitkom-Auftrag haben 87 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahre mindestens ein Handy. Dabei geht der Trend klar zu Smartphones. Auch ältere Menschen steigen derzeit auf die modernen Geräte um. Aktuell besitzen 40 Prozent aller Bundesbürger ab 14 Jahren ein Smartphone. Vor einem Jahr waren es erst 34 Prozent.

In Deutschland werden 2013 laut EITO rund 28 Millionen Smartphones verkauft, eine Steigerung um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz legt um ein Viertel auf 8,8 Milliarden Euro zu. Insgesamt werden 34,6 Millionen Handys im Jahr 2013 abgesetzt. Das ist ein Plus von 20 Prozent.

Der Boom bei Smartphones und Tablets sowie der Trend zu UMTS und LTE treiben das Wachstum bei den mobilen Datendiensten. So wird der Markt für mobiles Internet bald das mobile Telefonieren als wichtigsten Umsatzbringer für deutsche Telekommunikationsanbieter ablösen. Dieses Jahr stehen die mobilen Datendienste für rund 44 Prozent des deutschen Markts für Mobilfunkdienste. Das Geschäft mit mobilen Datendiensten legt seit 2009 zweistellig zu. In diesem Jahr steigt es voraussichtlich um zehn Prozent auf 9,4 Milliarden Euro. Hingegen geht seit 2006 der Umsatz mit Handy-Gesprächen zurück, in diesem Jahr um sieben Prozent auf 11,9 Milliarden Euro. Im Jahr 2005 wurde noch für 19,1 Milliarden Euro mobil telefoniert.

Gründe für die sinkenden Umsätze bei den Sprachdiensten sind zusätzlich zum Wettbewerb auch die scharfen Eingriffe der staatlichen Regulierungsbehörden in die Preisbildung der Anbieter. Ende 2012 wurden die gesetzlich regulierten Gebühren für die Weiterleitung von Handygesprächen überraschend und erneut halbiert, wie erst zwei Jahre zuvor. Den Telekommunikationsanbietern werden von staatlicher Seite immer wieder kurzfristig Mittel entzogen, die für Investitionen in Netzausbau und -qualität dringend benötigt würden.

(Redaktion)