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Marketing & Personal | Mi, 03.04.2013 12:24

Multitasking keine Lösung für steigenden Druck am Arbeitsplatz

Der Druck am Arbeitsplatz steigt. Viele versuchen deshalb mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Das ist allerdings keine Lösung. So lautet ein Ergebnis der Arbeitszeitbefragung 2012. Dafür haben das KompetenzCentrum für Statistik und Empirie und das iap Institut für Arbeit & Personal der FOM Hochschule über 900 Studierende aus ganz Deutschland befragt. Die Teilnehmer absolvieren ein wirtschaftswissenschaftliches Studium neben dem Beruf oder der Ausbildung und stehen daher mit beiden Beinen im Berufsleben.


Die Studierenden waren unter anderem aufgefordert, ihren Umgang mit (Arbeits-)Zeit auf einer Skala von 1 (sehr selten/nie) bis 5 (sehr oft) zu bewerten. Ergebnis: Der Mittelwert auf die Frage „Wie oft kommt es vor, dass Sie wegen zu viel Arbeit verspätet in den Feierabend gehen können?“ lag bei 3,52. Nur knapp darunter lag der Wert für die Frage „Wie häufig stehen Sie wegen Terminvorgaben unter Zeitdruck?“. Die Folge: Ein Großteil der Befragten fühlt sich schon vor dem Start in den Arbeitstag müde und erschöpft.

Die Reaktionen auf diese Überbelastung tragen in den Augen von iap-Direktorin Prof. Dr. Ulrike Hellert nicht zur Stressreduktion bei. Auf einer Skala von 1 (sehr häufig) bis 5 (sehr selten) gaben die Befragten an, häufig mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Auch versuchen sie Zeit einzusparen oder nach dem Motto „Augen zu und durch“ zu verfahren. Manche legen auch weniger Pausen ein.

 „Vor allem das sogenannte Multitasking hat sich in den vergangenen Jahren zum Spitzenreiter unter den potenziellen Stressfaktoren in der Arbeitswelt entwickelt“, so die Arbeitszeit-Expertin. „Wer häufig versucht, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, zeigt sich deutlich weniger zufrieden mit seiner Arbeit und anfälliger für psychische Erkrankungen.“

Prof. Dr. Hellerts Rat an die Unternehmen lautet daher, Mitarbeitern vermehrt die Möglichkeit zu geben, ihre Aufgaben selbstbestimmt zu erledigen. „Die Arbeitszeiten sollten sich flexible an dem jeweiligen Arbeitsaufkommen orientierten und dabei Schwankungen berücksichtigen. Das ist eine wichtige Voraussetzung zur Reduzierung von Termindruck, steigert die Arbeitszufriedenheit und ermöglicht im Falle unserer Studierenden eine erfolgreiche und stressfreie Bewältigung von Studium und Beruf.“

Hier bestehe auf Arbeitgeberseite allerdings noch Nachholbedarf: Laut Arbeitszeitbefragung sind flexible Arbeitszeiten ohne Kernzeiten nur bei rund sieben Prozent möglich. Vertrauensarbeitszeit gibt es nur bei neun Prozent der Beschäftigten. Gängiger sind dagegen feste Arbeitszeiten mit Anwesenheitspflicht (knapp zehn Prozent) und flexible Arbeitszeiten mit Kernzeiten (21 Prozent).

(Redaktion)