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Wirtschaft | Fr, 27.05.2011 08:37

Nettoanlagevermögen im Südwesten bei über einer Billion Euro

Nach Feststellung des Statistischen Landesamts stieg das Nettoanlagevermögen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2009 auf einen Wert von 1.035 Mrd., also über eine Billion Euro. Das vom Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ berechnete Nettoanlagevermögen umfasst den aktuellen Zeitwert aller in der Vergangenheit getätigten und derzeit noch genutzten Investitionen. Es gliedert sich in Ausrüstungen (einschließlich sonstige Anlagen) und Bauten.


Mit annähernd 867 Mrd. Euro bestand das Nettoanlagevermögen zu 84 Prozent aus Bauten. Hierzu zählen Wohnhäuser, gewerblich genutzte Gebäude sowie öffentliche Hoch- und Tiefbauten. Der Wert des Ausrüstungsvermögens (wie z.B. Maschinen, Geräte und Fahrzeuge) inklusive sonstige Anlagen (z.B. Software und Urheberrechte) belief sich auf 168 Mrd. Euro (16 Prozent).

Während beim Nettoanlagevermögen die seit dem Investitionszeitpunkt aufgelaufenen Abschreibungen abgezogen werden, bleibt beim Bruttoanlagevermögen die Wertminderung unberücksichtigt. Das Verhältnis von Netto- zu Bruttoanlagevermögen wird als Modernitätsgrad bezeichnet. Dieses Maß drückt aus, wie viel Prozent des Vermögens noch nicht abgeschrieben sind und gibt damit Aufschluss über den Alterungsprozess des Anlagevermögens. In Baden-Württemberg nahm der Modernitätsgrad seit 1991 stetig ab. Waren 1991 noch 65,6 Prozent des Vermögens nicht abgeschrieben, so sind es im Jahr 2009 nur noch 59,9 Prozent. Diese Abnahme ist ein Zeichen dafür, dass der durch Verbrauch und Verschleiß eingetretene Verlust des Vermögens nicht durch entsprechend hohe Investitionen ausgeglichen wurde.

Bundesweit lag der Modernitätsgrad mit 60,2 Prozent leicht über dem Niveau des Südwestens, was im Wesentlichen auf den umfassenden Erneuerungsprozess der Anlagen in den neuen Bundesländern zurückzuführen ist. Nach der Wiedervereinigung wurden neue Ausrüstungen und Bauten angeschafft oder Vorhandenes grundlegend modernisiert, so dass die Modernitätsgrade der ostdeutschen Länder durchweg höher sind als in den alten Ländern. Im westdeutschen Vergleich konnte sich Baden-Württemberg knapp über dem Durchschnitt (59,3 Prozent) positionieren.

(Redaktion)