Sign In

Welcome, Login to your account.

| Do, 27.10.2011 11:28

Neubau des Raumfahrtzentrums an der Universität Stuttgart übergeben

Nach zweijähriger Bauzeit wurde am Mittwoch, 26. Oktober, auf dem Campus der Universität Stuttgart das neue Raumfahrtzentrum Baden-Württemberg (RZBW) übergeben. Als landesweites Forum für Wissenschaft, Industrie und Öffentlichkeit und soll es den Technologietransfer und Gedankenaustausch zwischen den beteiligten Institutionen weiter ausbauen und bietet beste Voraussetzungen für Forschung, Entwicklung und Lehre. Zugleich ermöglicht es der interessierten Öffentlichkeit direkten Zugang zu vielfältigen Informationen, Veranstaltungen und Ausstellungen zum Thema Raumfahrt.

Die metallische Außenhaut des neuen Raumfahrtzentrums macht auf die hochtechnologische Nutzung aufmerksam. (Foto: Universität Stuttgart)

Die metallische Außenhaut des neuen Raumfahrtzentrums macht auf die hochtechnologische Nutzung aufmerksam. (Foto: Universität Stuttgart)


Der Neubau mit knapp 1.800 Quadratmetern Hauptnutzfläche und einem Gesamtinvestitionsvolumen (inklusive Ausstattung) von knapp neun Millionen Euro wird unter anderem das Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) unter der Leitung von Prof. Hans-Peter Röser mit seinem Kleinsatellitenprogramm und das Deutsche SOFIA Institut der fliegenden Sternwarte SOFIA (Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie) beherbergen.

„Unser Land verfügt über eine hervorragende Forschungslandschaft, die den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht. Die Raumfahrt ist ein besonderer Technologieschrittmacher für die Fortentwicklung des Innovationslandes Baden-Württemberg. Baden-Württemberg ist das Raumfahrtland Nr. 1 in Deutschland. Rund 42 Prozent aller Raumfahrtbeschäftigten des Bundesgebiets arbeiten an Industrie- und Forschungsstandorten in Baden-Württemberg", sagte Wolfgang Leidig, Ministerialdirektor des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft bei der feierlichen Übergabe des Neubaus Raumfahrtzentrum an die Universität Stuttgart.

„Mit der Eröffnung des Raumfahrtzentrums Baden-Württemberg wird die Universität Stuttgart zur größten und wichtigsten universitären Forschungs- und Ausbildungsstätte Europas im Bereich der Raumfahrt“, freut sich der Rektor der Universität Stuttgart, Prof. Wolfram Ressel. „Zudem ist das Zentrum ein wichtiger Baustein für den gemeinsamen Forschungscampus mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der wiederum richtungsweisend ist für ein strategisches Netzwerk zwischen Universität, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Wirtschaft und Gesellschaft.“

Ein wichtiger Aspekt bei der Wahl des Standorts war die räumliche Nähe zu den Luft- und Raumfahrtinstituten der Universität sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der etwa 60 Meter lange gebogene Raumkörper spiegelt mit seiner freien, organischen Form den Forumsgedanken wieder und setzt einen weithin sichtbaren Akzent auf dem Uni-Campus. Die metallische Außenhaut macht aufmerksam auf die hochtechnologische Nutzung. Auf drei Geschossen verteilen sich Labor- und Büroräume, Veranstaltungs- und Gemeinschaftszonen und großzügige Ausstellungsflächen. Hochwertige Exponate der Raumfahrtgeschichte sowie Modelle aktueller Projekte werden Einblicke in die Arbeit des IRS und die Entwicklung der Raumfahrt geben.

Weit über 100 Wissenschaftler und Ingenieure forschen und entwickeln im RZBW in den Bereichen Raumfahrtsysteme, Raumtransporttechnologie, Satelliteninstrumentenentwicklung, Astronautik, Flugzeugastronomie und Weltraumphysik in enger Kooperation mit internationalen Partnern aus Industrie, Wirtschaft und unterschiedlichen Forschungseinrichtungen. Beispielsweise können Stuttgarter Wissenschaftler am RZBW in Kooperation mit der baden-württembergischen Industrie die verschiedenen Komponenten der Stuttgarter Kleinsatelliten - von Kameras bis hin zum kompletten Satelliten - unter idealen Bedingungen für die Raumfahrt nicht nur entwickeln, sondern auch vor Ort integrieren und testen.

Die neuen Labore und Reinräume erlauben zudem die Fertigung und die Handhabung von Instrumenten und Raumfahrtsensoren nach den Qualifizierungsrichtlinien der Europäischen Weltraumbehörde ESA. Die exzellent ausgestatteten Laborräume und Teststände genügen hierbei den modernsten Anforderungen und erfüllen alle Industriestandards. Für die fliegende Sternwarte SOFIA – ein umgebautes Flugzeug des Typs Boeing 747-SP - werden luftfahrtqualifizierte Beobachtungsinstrumente entwickelt und durch Stuttgarter Wissenschaftler auf SOFIA eingesetzt. Zusammen mit den in Europa einzigartigen Plasmawindkanälen für die Wiedereintrittsforschung, Sensorentwicklungen für die Weltraumstation, elektrischen Raumfahrtantrieben und der kosmischen Staubforschung ist das RZBW die größte universitäre Ideen- und Technologieschmiede im Bereich der Raumfahrt in Europa.

(Redaktion)