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Wirtschaft | Di, 13.12.2011 10:15

Neue Arbeitnehmerfreizügigkeit wird nur selten genutzt

Seit dem 1. Mai gilt die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit für Staatsangehörige aus acht mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittsländern. Die Anzahl der Zuwanderer ist jedoch nur sehr moderat gestiegen. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.


Für das Jahr 2011 erwarten die Forscher, dass die Zahl der Personen aus den acht mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern in Deutschland insgesamt um maximal 60.000 zunimmt. Die meisten Betriebe halten die neuen Rekrutierungsmöglichkeiten bislang für wenig relevant bei ihrer Personalsuche.

Wesentlich stärker als die Zuwanderungszahlen stieg die Zahl der Beschäftigten aus diesen Ländern. Dies deutet darauf hin, dass vormals Selbstständige und Schwarzarbeiter jetzt eine registrierte Beschäftigung aufgenommen haben. Die Zahl der Beschäftigten aus den acht Ländern wuchs vor allem in der Zeitarbeit, der Land- und Forstwirtschaft und dem Baugewerbe.

Eine Befragung von knapp 9.000 Betrieben durch das IAB ergab: Der Großteil der deutschen Betriebe mit offenen Stellen sucht bislang kein Personal in den acht mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten. Das gilt selbst für Betriebe, die von Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung berichten. Rund drei Prozent der Personal suchenden Unternehmen haben in den ersten zwei Monaten nach dem 1. Mai 2011 mindestens eine Person aus den acht Ländern eingestellt. Dagegen halten 70 Prozent der Personal suchenden Betriebe die neuen Rekrutierungsmöglichkeiten für nicht relevant.

Bei den acht Staaten, für die am 1. Mai die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Kraft getreten ist, handelt es sich um Polen, die Tschechische Republik, Ungarn, Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen. Für Bulgarien und Rumänien gilt die Arbeitnehmerfreizügigkeit noch nicht, aber spätestens ab 2014.

(Redaktion)