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| Mi, 27.10.2010 08:55

Neue Kongressmesse GesundheitRechtWirtschaft beleuchtet Rechtsfragen der zukünftigen Gesundheitsversorgung

Die Strukturen des Gesundheitswesens ordnen sich neu. Auf Anbieter- wie auf der Nachfrageseite entwickeln sich neue Strukturen, um die flächendeckende medizinische Versorgung der Bevölkerung weiter zu sichern. Der gesetzliche Rahmen für unternehmerisches Handeln wird ständig weiter entwickelt, wie zuletzt etwa die Entwicklungsklauseln im Pflegeweiterentwicklungsgesetz oder im Physiotherapeutengesetz zeigen. Das wirft eine Vielzahl von Rechtsfragen auf, welche auf der neuen Kongressmesse GesundheitRechtWirtschaft vom 24. bis 25. Februar 2011 im Kongresszentrum Karlsruhe analysiert und vernetzt diskutiert werden. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Stefan Kapferer, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium.


Der Kongress mit begleitender Ausstellung setzt auf das Zusammenspiel aller Beteiligten der Gesundheitsversorgung, nicht nur auf die Zusammenarbeit der medizinischen Leistungserbringer im engeren Sinn – Ärzte, Apotheker, Krankenhäuser. „Vielmehr will er beginnend von diesen Kernberufen über die erweiterten medizinischen Fachberufe bis hin zu den Partnerberufen und -unternehmen aus Industrie, Handel und Handwerk ein umfassendes Informations- und Austauschforum über den rechtlichen Rahmen der fachlichen Zusammenarbeit schaffen. Und dafür hat der Kongress genau den richtigen Standort gefunden, in der ‚Residenz des Rechts’, in Karlsruhe“, erläutert Britta Wirtz, Sprecherin der Geschäftsführung der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH.

“Der Gesetzgeber will den Wettbewerb im Gesundheitswesen. Auf der anderen Seite hinkt das Berufsrecht dieser Öffnung zu wirtschaftlichem Verhalten oft hinterher“, so Kongresspräsident Ullrich Eidenmüller, langjähriger Bürgermeister und Vorstand der CL Clinic and Health Care Management AG, „neue Berufe im Gesundheitswesen bilden sich, traditionelle Berufe ordnen sich zueinander neu. Dieses Spannungsfeld wirft viele Rechtsfragen auf, die wir auf dem Karlsruher Kongress exklusiv behandeln.“

Auf dem Kongress GesundheitRechtWirtschaft werden Vertreter des Bundesgesetzgebers, der Instanzgerichte und der Bundesgerichte, der Fachverbände aller medizinischer Fachberufe und der Kostenträger, der medizinnahen Industrie, des Handels und des Handwerks sowie der einschlägigen Beratungsberufe mit Praktikern aus dem Gesundheitswesen Zukunftslösungen für die Rahmenbedingungen eines vernetzten Gesundheitswesens diskutieren und modellhaft vorstellen.

Im Jahr 2011 steht der Kongress GesundheitRechtWirtschaft unter dem Titel „Die Gesundheitsversorgung morgen – ein neues Zusammenspiel der Berufe“. Der Ärzte-Nachwuchsmangel bei der hausärztlichen Versorgung aber auch in den Krankenhäusern sowie die anhaltende Unterfinanzierung des Gesundheitswesens fordert von den nicht-ärztlichen Fachberufen, allen voran den Angehörigen der Pflegeberufe, zusätzliche Aufgaben in der Patientenversorgung zu übernehmen. Doch noch fehlen klare rechtliche Vorgaben, welche bislang ärztlichen Aufgaben in die Kompetenz anderer Fachberufe abgegeben werden können („Substitution“) oder bei welchen Aufgaben die ärztliche Verantwortung gewährleistet bleiben muss. („Delegation“). Diese Diskussion hat sowohl medizinische, medizinrechtliche, berufspolitische und ökonomische Relevanz.

GesundheitRechtWirtschaft wird eröffnet von Prof. Dr. Dres. h.c. Hans-Jürgen Papier, Präsident des Bundesverfassungsgerichts a.D. In seinem Vortrag „Ein Recht auf Gesundheit?“ weist er auf die aktuellen Entwicklungen im Bereich des Gesundheitswesens hin wie die zunehmende Dominanz der Ökonomie und deren Auswirkungen auf das Berufsbild des Arztes und der nichtärztlichen medizinischen Fachberufe. Außerdem greift er Themen auf wie „Der behauptete Weg in eine „2-Klassen-Medizin’“ sowie „Die bedrohte flächendeckende und wohnortnahe Versorgung“. Weitere hochkarätige Referenten sind beispielsweise Stefan Kapferer, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Prof. Dr. med. Matthias Schrappe, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin oder Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats.

In Impulsvorträgen werden die aktuellen Themen aus Sicht aller Beteiligten aufbereitet, sowohl der Ärzteschaft, der Pflege, der Handwerksberufe des Gesundheitswesens als auch der kommunalen Seite. In den anschließenden Workshops, die von Fachjuristen geleitet und moderiert werden, werden die jeweiligen Bereiche über bestehende Probleme diskutieren und nach Lösungsansätzen suchen. Bereits bestehende Modellversuche, auch aus dem benachbarten Frankreich, werden verglichen und die neuen Berufe im medizinischen Bereich hinterleuchtet. Erklärtes Ziel der neuen Kongressmesse GesundheitRechtWirtschaft ist es, alle Beteiligten im Gesundheitsbereich zu vernetzen um eine rechtlich verlässliche Basis für eine zielorientierte und zukunftsfähige Zusammenarbeit zu schaffen. Weitere Informationen und das aktuelle Kongressprogramm finden Sie unter www.grw-ka.de.

(Redaktion)