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Wirtschaft | Di, 23.08.2011 10:00

Neuer Tätigkeitsschlüssel für Entgeltabrechnungen: Mehrheit der Lohnbuchhalter rechnet mit höherem Arbeitsaufwand

Entgeltabteilungen stehen zum Jahreswechsel vor mehreren Herausforderungen, etwa bei der Umstellung des neuen Tätigkeitsschlüssels. Ab 01. Dezember 2011 besteht der bisher fünfstellige Tätigkeitsschlüssel aus insgesamt neun Stellen, wovon fünf auf die Art der ausgeübten Tätigkeit entfallen, und je eine Ziffer den Schulabschluss, den Ausbildungsabschluss, das Kennzeichen zur Arbeitnehmerüberlassung und die Vertragsart darstellt. Der Sinn dieser Änderung ist jedoch von einer Mehrheit der Lohn- und Entgeltverantwortlichen, nämlich 72 Prozent, nicht nachvollziehbar.

Aufwand und Kosten für die Umstellung auf den neuen Tätigkeitsschlüssel werden von Unternehmen unterschiedlich bewertet. (Quelle: Lohn+Gehalt /Sage HR AG)

Aufwand und Kosten für die Umstellung auf den neuen Tätigkeitsschlüssel werden von Unternehmen unterschiedlich bewertet. (Quelle: Lohn+Gehalt /Sage HR AG)


62 Prozent der Lohnbuchhalter rechnet jedoch aufgrund dieser Änderung mit einem hohen Arbeitsaufwand, 22 Prozent davon prognostizieren auch hohe Kosten. Insbesondere mittelständische Unternehmen mit 200 Mitarbeitern und mehr rechnen mit Mehrarbeit. 71 Prozent erwarten einen hohen Aufwand, 24 Prozent davon rechnen zeitgleich auch mit höheren Kosten. Dies sind einige der Ergebnisse des vierten Payroll-Index, bei dem die Redaktion der Fachzeitschrift Lohn+Gehalt in Zusammenarbeit mit der Sage HR Solutions AG im Juli rund 670 Mitarbeiter aus der Lohnbuchhaltung sowie Personalentscheider befragte. Die Teilnehmer bewerteten die derzeitige und zukünftige Bedeutung von Abrechnungsthemen sowie aktuelle Entwicklungen.

„Der Unmut in der Lohnbuchhaltung ist kein Wunder, denn die Zeit bis Dezember werden die größeren Arbeitgeber benötigen, um die Neu-Schlüsselung ihrer Angestellten vorzunehmen. Schließlich ist die automatische Umsetzung vom alten auf den neuen Schlüssel nur eingeschränkt möglich“, meint Matthias Schneider, Vorstand der Sage HR Solutions AG und fährt fort: „Nur 5 Prozent der neuen Tätigkeitsschlüssel können automatisiert erzeugt werden. 95 Prozent müssen hingegen manuell zugeordnet werden, erst recht wenn keine professionelle Entgeltabrechnungssoftware im Einsatz ist.“

Trotz der neuen Herausforderungen lässt das Ende von ELENA, beschlossen durch die Bundesregierung Mitte Juli 2011, Lohn- und Entgeltverantwortliche aufatmen. Dies zeigt der Payroll-Index beim Thema „Elektronisches Meldewesen“. Im Lageindex erlangt dieser Punkt wie bereits in den vorangegangenen Befragungen die stärkste Bedeutung, jedoch verliert die Materie 20 Prozentpunkte und liegt nun bei einem Wert von 32 Prozent. Zweitwichtigstes Thema bleibt „Personalkostenplanung und -controlling“ mit 10 Prozent. Am wenigsten Beachtung schenken die Befragten dem Thema „Auslagerung von administrativen Aufgaben zur Lohn- und Gehaltsabrechnung“. Im Vergleich zur vorangegangenen Umfrage verliert das Thema Outsourcing damit weitere 8 Prozentpunkte und liegt nun bei minus 69 Prozent.

„Die Index-Werte zeigen, dass die Mitarbeiter der Lohnbuchhaltung mit dem Stopp von ELENA eine deutliche Arbeitsentlastung erwarten. Schließlich haben die ELENA-Verfahrensmeldungen in zahlreichen Unternehmen einen hohen organisatorischen Aufwand nach sich gezogen“, meint Markus Matt-Kellner, Chefredakteur des Fachmagazins Lohn+Gehalt und erläutert: „Voraussetzung für die Erstellung der Meldungen im automatisierten Verfahren war insbesondere, dass die Daten aus systemgeprüften Entgeltabrechnungsprogrammen mit maschinell erstellten Lohnunterlagen stammen. Unternehmen, die kein solches Abrechnungsprogramm einsetzten, mussten die Meldungen mittels so genannter systemgeprüfter maschineller Ausfüllhilfen an die Zentrale Speicherstelle übermitteln.“

(Redaktion)