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KMU & Freiberufler | Sa, 06.09.2008 21:45

Neuer Verband für Freiberufler

Unterstützender rechtlicher und steuerlicher Rahmen für Wissensunternehmer gefordert

Entwicklung der Zahl der selbständigen in Freien Berufen

Entwicklung der Zahl der selbständigen in Freien Berufen (Zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken)


Unter Federführung einiger Mitarbeiter des VIRKON-Projekts (Virkon - Arbeiten in Virtuellen Konstrukten, Organisationen und Netzen) soll in naher Zukunft ein Verband für freiberuflich tätige Wissensunternehmer ins Leben gerufen werden. Dieser Interessenverband hat sich zum Ziel gesetzt, sich für die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen von freiberuflichen Wissensarbeitern einzusetzen und diese zu verbessern. Gleichzeitig wird erwartet, dass sich daraus Chancen zur Professionalisierung und Vernetzung ergeben und besser genutzt werden können.

Eine Bestandsaufnahme der Rahmenbedingungen für freiberufliche Wissensunternehmer wurde 2006 innerhalb der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten VIRKON-Studie durchgeführt. Aus der Arbeit dieses Projekts ergibt sich nun die geplante Gründung des Wissensunternehmer-Verbandes. Dafür werden weiterhin Freelancer und –Netzwerke gesucht, die sich in diesem Interessenverband organisieren und engagieren, um die gesetzten Ziele voranzutreiben. Diese beinhalten insbesondere die während der Studie festgestellten Schwachstellen für die freiberuflichen Tätigkeiten:

  • Freiberuflichen Wissensunternehmern fehlt ein unterstützender rechtlicher und steuerlicher Rahmen. Dies erfordert demnach politische Maßnahmen.
  • Selbständigen und Freelancern wird der Zugang zu Kreditmitteln erschwert. Auf an die besondere Situation von Freiberuflern angepasste Finanzierungsmodelle kann bisher nicht zugegriffen werden. Betroffen sind neben Investitionen für die Tätigkeit aber auch die Finanzierung der Sicherung des Lebensunterhalts. Dadurch gestaltet sich die Abfederung von Ausfallsituationen oder die private Altersvorsorge – im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen – besonders schwierig.
  • Ein relevantes Marktsegment sind öffentliche Aufträge, zu denen freiberufliche Wissensunternehmer aber nur erschwert Zugang haben. Daher will der Verband an dieser Stelle einen gleichberechtigten Zugang fordern.
  • Weiterhin soll die Vergabe und Auftragsabwicklung für Wissensunternehmer vertretbar gestaltet werden. Insbesondere ist dies durch schnellere Verfahren, weniger Formularwesen und eine zeitnahe Bezahlung zu unterstützen.

Mitgliedern des Verbands werden alle Arbeitsergebnisse und erarbeiteten Vorgehensmodelle zu Verfügung gestellt.

Quelle: Eigene Zusammenfassung nach der Kurzfassung des Diskussionspapiers „Verband der freiberuflichen Wissensarbeiter“, VIRKON, Autoren: Waltraud Dehning u. Sieglinde Schneider, Stand: März 2008