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Marketing & Personal | Di, 09.03.2010 09:29

Öffentlichkeit interessiert sich immer stärker für Personalthemen

In den Unternehmen wird sich die Kommunikation von Personalthemen zunehmend zu einer eigenen Kommunikationssparte entwickeln. Deren Verantwortliche werden dann direkt an den Personalvorstand berichten. Eine Entwicklung, die bei der Hälfte der Kommunikations-Chefs großer Unternehmen auf grundsätzliche Akzeptanz stößt, weil über Personalthemen wie Entlassungen, Wechsel von Führungskräften oder Folgen von Fusionen immer häufiger in der Medienöffentlichkeit diskutiert wird. Das ist das Ergebnis einer Exklusivbefragung von Prof. Dr. Lothar Rolke (FH Mainz - University of Applied Sciences) und der Schuhmann Personalberatung in Köln bei über 100 Kommunikations-Chefs in Deutschland.


Neben dem verstärkten Interesse an Personalthemen werden auch die Social Media wie Blogs und Twitter Personal- und Kommunikationsabteilungen zwingen, enger zusammen zu arbeiten. Davon ist über die Hälfte der befragten Kommunikations-Chefs überzeugt.

Die derzeitige Zusammenarbeit mit den Personalabteilungen wird von den Unternehmenssprechern als gut bezeichnet. Allerdings zeigen sich im Einzelfall erhebliche Unterschiede: Während sich etwa beim Thema "Entlassungen/ Freisetzungen" knapp 60 Prozent der Befragten zufrieden äußern, sind über 40 Prozent mit der Leistung der Personaler nur halb zufrieden oder sogar unzufrieden. Dabei gilt: Je größer das Unternehmen, desto zufrieden stellender ist meist die Zusammenarbeit von Kommunikations- und Personal-Chefs, wobei in Ausnahmefällen auch eine sehr starke Unzufriedenheit geäußert wurde.

Nach Einschätzung von Rolke und Schuhmann kann der Austausch zwischen beiden Abteilungen insgesamt als sehr solide und tragfähig bezeichnet werden: Immerhin treffen sich 80 Prozent der Kommunikations-Chefs mindestens einmal die Woche mit ihren Kollegen aus der Personalabteilung. Allerdings konzentriert sich die Zusammenarbeit sehr häufig auf rein operative Themen wie die Planung der Inhalte bei der Mitarbeiter-Zeitung, die Führungskräfte-Information oder die Nutzung des Intranets. Nur in der Hälfte der Fälle beraten die Kommunikations-Abteilungen ihr Kollegen regelmäßig in Fragen der Veröffentlichungspolitik und der Planung von Kommunikationskampagnen. "Da Unternehmen als Arbeitgeber immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, sind sie heute viel stärker gefordert, personalpolitische Neuigkeiten professionell zu kommunizieren", erklärt der Mainzer Professor. Denn die Öffentlichkeit wolle gerade in turbulenten Zeiten wissen, wie die Unternehmen mit ihren Mitarbeitern umgingen.

Nahezu zwei Drittel der Kommunikations-Chefs sehen bei entscheidenden Themen wie beispielsweise Führungskräftekommunikation oder dem Arbeitgeber-Image ihre Kollegen von der Personalabteilung als Thementreiber. Doch gerade hier sei die Unternehmenskommunikation gefordert, weil es um den Auftritt und die Marke des Unternehmens gehe, so Ulrich Schuhmann, der auf PR und HR spezialisierte Personalberater, der aus vielen Gesprächen um den Wettbewerb beider Abteilungen in der Praxis weiß. Dabei legt er den Personalern nahe, ihren medialen Auftritt zu verbessern. Denn sie müssten ihre Themen immer häufiger auch öffentlich vertreten können.

(Redaktion/FHMZ/idw)