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Marketing & Personal | Do, 12.04.2012 10:11

Online-Handel: Je mehr Anbieter, desto niedriger der Preis

Immer mehr Menschen gehen im Internet auf Einkaufstour. Dabei geben Preisvergleichsseiten oftmals Tipps, wo das gesuchte Produkt am günstigsten zu haben ist. Der Vergleich lohnt durchaus. Das zeigt eine aktuelle Studie aus einer Forschungskooperation des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim und der Universität Linz.


Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass bereits zehn zusätzliche Anbieter des gleichen Produkts den Preisaufschlag des günstigsten Anbieters um 1,7 Prozentpunkte verringern. Bei den etwas teureren Anbietern im mittleren Preissegment war immerhin noch eine Absenkung der Margen um 0,85 Prozentpunkte zu beobachten, wenn zehn weitere Händler hinzu kamen.

Die Studie des ZEW und der Universität Linz basiert auf Daten der Preisvergleichsseite "geizhals.at". Dabei handelt es sich um die größte Online-Preisvergleichsseite Österreichs, die nun auch in Deutschland mit "geizhals.de" Fuß gefasst hat. Durch die tägliche Beobachtung der Verkaufspreise von insgesamt 70 verschiedenen Digitalkameramodellen ermittelten die Wissenschaftler die von rund 200 österreichischen sowie deutschen Anbietern aufgeschlagenen Margen und die Anzahl der Klicks auf die verschiedenen Produkte in einem Zeitraum von bis zu 15 Monaten. Außerdem nutzten sie Informationen über die entsprechenden Großhandelspreise, um die Preisaufschläge der Online-Anbieter zu berechnen.

Doch nicht nur das Hinzukommen weiterer Konkurrenten beeinflusst die Preissetzung beim Online-Shopping, sondern auch der Produktlebenszyklus einer Ware beeinflusst ihren Preis. Bedingt durch die Markteinführung von Neuheiten und der damit verbundenen technischen Alterung sinkt der Preis mit zunehmender Lebensdauer eines Produkts. Besonders auffällig ist dies bei technischen Geräten. Die Studie zeigt, dass der Lebenszyklus der beobachteten Digitalkameras eher kurz ist. Dabei wurde in der Studie als Beginn des Lebenszyklus der Tag definiert, an dem das Produkt erstmalig online zum Kauf angeboten wurde. Das Ende des Produktlebenszyklus war erreicht, wenn in der Endphase dieses Zyklus das Produkt in einer vorgegebenen Zeitspanne nicht mehr über 500 Klicks kam. Die Wissenschaftler beobachteten, dass der Rückgang des Preisaufschlags durch das Hinzukommen weiterer Anbieter im ersten Monat des Produktlebenszyklus besonders stark ist, im zweiten bis vierten Monat flacht der Preisverfall ab, um dann ab dem sechsten Monat wieder zuzunehmen.

"Für den Online-Käufer bedeutet dies, dass er durch eine Wartezeit von drei Wochen die gleiche Preisreduktion erwarten kann wie durch den Kauf auf einem Markt, auf dem ein zusätzlicher Händler die Ware anbietet," so Michael Kummer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZEW.

(Redaktion)