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Wirtschaft | Fr, 24.08.2012 08:51

Ostdeutsche Betriebe stellen häufiger Arbeitslose ein

Die Hälfte aller im Jahr 2011 im Osten Deutschlands neu eingestellten Personen war vorher arbeitslos. Im Westen galt dies nur für 36 Prozent. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Westdeutsche Betriebe rekrutierten neue Beschäftigte zu 45 Prozent aus dem Pool an Personen, die vorher anderweitig beschäftigt waren. Diese machen in Ostdeutschland lediglich etwas mehr als ein Drittel aller Neueinstellungen aus.


Auf eine sofort zu besetzende offene Stelle kommen im Osten mehr als doppelt so viele Arbeitslose wie im Westen. Im vierten Quartal 2011 gab es in Westdeutschland durchschnittlich rund drei Arbeitslose und in Ostdeutschland gut acht Arbeitslose je sofort zu besetzender Stelle.

Bei zwei Dritteln der Neubesetzungen war mindestens ein Berufsabschluss Voraussetzung, bei einem weiteren Fünftel sogar ein Hochschulabschluss. Nur bei jeder zehnten neu besetzten Stelle war keine Berufsausbildung erforderlich.

Während im Westen neun Prozent der Stellen mit Bewerbern ohne Ausbildung besetzt wurden, waren es im Osten mit 17 Prozent fast doppelt so viele. Hier spielt den Arbeitsmarktforschern zufolge eine Rolle, dass die ostdeutsche Wirtschaft stärker durch kleine und mittlere Unternehmen der Zulieferindustrie mit einem vergleichsweise geringen Anteil an privater Forschung und Entwicklung geprägt ist.

Betriebe suchen und finden neues Personal in erster Linie über persönliche Kontakte oder Annoncen in Zeitungen und Zeitschriften. 28 Prozent der Neueinstellungen kamen über persönliche Kontakte zustande, 20 Prozent über Annoncen. Sieben Prozent der Betriebe suchen Personal über einen Internetauftritt in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Xing, allerdings kamen nur 0,3 Prozent aller erfolgreichen Stellenbesetzungsprozesse auf diesem Weg zustande.

(Redaktion)