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Marketing & Personal | Mo, 22.10.2012 08:44

Outsourcing: Geeignete Lösung für Personalabteilungen?

Die Herausforderungen für betriebliche Personalabteilungen nehmen zu. Immer öfter sind sie am Prozess der strategischen Ausrichtung eines Unternehmens beteiligt. Parallel dazu bleibt das „Alltagsgeschäft“ erhalten. Ist Outsourcing die Lösung? Durch die Auslagerung von Prozessen an einen externen Anbieter könnte die Personalabteilung entlastet werden. Dieser Frage ging das TDS Institut für Personalmanagement an der Hochschule Pforzheim in einer neuen Studie mit knapp 200 Unternehmen nach.


Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen kann auf Erfahrungen im Bereich Outsourcing verweisen. Aufgaben aus dem IT-Bereich werden häufiger an Dritte vergeben werden. Allerdings greifen bisher nur 23 Prozent auf dieses Mittel bei Personalprozessen zurück. Tendenziell nutzen größere Unternehmen die Aufgabenverlagerung nach Außen häufiger.

Die Strukturen der Personalabteilungen seien nach wie vor eher klassisch organisiert, so Professor Dr. Stephan Fischer, Leiter des TDS Instituts für Personalmanagement an der Hochschule Pforzheim. Gemeinsam mit Annegret Zimmermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin, hat er die Studie erarbeitet. Je nach Größe des Unternehmens sind dem Personalleiter weitere Stellen zugeordnet. „In 82 Prozent der Unternehmen ist die Personalabteilung als interne Abteilung in das Unternehmen eingebunden“, erläutert Fischer

„Die Bereitschaft ganze Personalprozesse auszulagern, ist so gut wie nicht vorhanden“, so Fischer. Allerdings wächst die Bereitschaft, einzelne Bereiche auszugliedern. 43 Prozent der Unternehmen, die mit Outsourcing Erfahrungen haben, vergeben Lohn- und Gehaltsabrechnungen an Dritte. Auch bei der betrieblichen Altersversorgung greift fast jedes vierte Unternehmen auf Outsourcing zurück. Vor dem Outsourcing standardisierten die Unternehmen vielfach ihre Prozesse, konstatierte der Pforzheimer Professor. „Viele Bereiche, die sich für eine Auslagerung eignen – IT, Personal, Rechnungsverkehr oder andere – werden vorab standardisiert“, so Fischer.

Die meisten Prozesse wurden in den vergangenen drei bis fünf Jahren an Dritte vergeben. „Der Trend ist leicht ansteigend“, erklärte der Wissenschaftler. Kosteneinsparungen im Bereich Lohn- und Gehaltsabrechnungen und eine administrative Entlastung sind die Hauptfaktoren. Im Bereich Seminarverwaltung, Bewerbermanager und Recruiting sehen viele Unternehmen noch ein großes Potenzial. „Die Bereitschaft, das Thema anzugehen, wächst“, bilanziert Stephan Fischer.

„Die Studie gibt Einblick in den Stand der Standardisierungsprozesse und lässt Trends für die Zukunft erkennen“, erklärte der Leiter des Hochschulinstituts. „Dabei werden komplette Lösungen eher abgelehnt.“ Teilauslagerungen, denen auch Standardisierungsprozesse vorausgehen, werden in vielen Unternehmen angedacht. „Flexibilität ist den Unternehmen allerdings wichtig.“ Daher rechnet der Pforzheimer Professor zwar mit einem Anstieg des Outsourcings und der vorangehenden Standardisierungen aber nicht damit, dass die Personalabteilungen komplett outgesourct werden.

(Redaktion)