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Unternehmensnachrichten | Mo, 21.11.2011 15:07

Papierfabrik Scheufelen investiert in Energieeffizienz

Die Papierindustrie zählt zu den energieintensiven Industrien. Wirtschaftliche Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz sind gerade in dieser Industrie sehr gefragt. Die Lenninger Papierfabrik Scheufelen schöpft auch in Zukunft Energieeinsparpotenziale aus und drosselt mit zukunftsträchtigen Maßnahmen spürbar ihre Energiekosten. Im Rahmen eines umfangreichen Konzeptes zur Verbesserung der Energieeffizienz wechselt Scheufelen den Wärmetauscher an ihrer Papiermaschine PM5 aus.

Wärmerückgewinnung von Papiermaschinen. (Foto: EV Group, Turku, Finnland)

Wärmerückgewinnung von Papiermaschinen. (Foto: EV Group, Turku, Finnland)


Dabei wird der bisherige, einstufige Abluftwärmetauscher der Trockenhaube durch einen effektiveren, zweistufigen Luft-Luft- und Luft-Wasser-Wärmetauscher ersetzt. Rund eine drei Viertel Million Euro fließen alleine in diese Maßnahme, die sich bereits innerhalb eines Jahres amortisieren. Spezialisten der finnischen EV Group begleiten die von ihnen projektierte Maßnahme auch während der Umsetzung Ende 2011 im Werk von Scheufelen.

Der neue Wärmetauscher mit einer Gesamtwärmeleistung von 2,8 Megawatt baut auf ein zweistufiges Prinzip auf. Im Luft-Luft-Bereich erwärmt die Abwärme die neu zugeführte Außenluft von beispielsweise fünf Grad auf 48 Grad Celsius. Dagegen wird im Luft-Wasser-Wärmetauscher die Abwärme genutzt, um das im nahezu geschlossenen Kreislauf wieder zugeführte Prozesswasser einschließlich anteiligem Frischwasser von etwa 37 Grad auf 55 Grad Celsius zu erwärmen.

Alleine der Trocknungsprozess in der Papierherstellung erfordert mehr als 70 Prozent der gesamten Produktionsenergie. Bei Temperaturen um rund 110 Grad werden weit über 1.000 Kilowatt/Stunde Dampf benötigt, um eine Tonne Papier zu trocknen. Je höher die Luft- und die Wassertemperaturen via Wärmetauscher in die Produktion zurückgeführt werden können, desto geringer fällt der Bedarf an konventioneller Energie an.

Der neue, speziell für Scheufelen konzipierte rund 15 Meter hohe und knapp 14 Tonnen schwere Edelstahlturm wird im Außenbereich direkt an der Produktionshalle der PM5 aufgestellt. Während in der bisherigen Technologie noch von Stahl ummantelte Glasröhren für die Abluft eingesetzt wurden, sorgt nun ein Gitteraufbau aus Edelstahl für hohe Effizienz des Wärmetauschers. Gegenüber dem bisherigen System erzielt der neue Wärmetauscher einen deutlich höheren Wirkungsgrad.

„Energieeffizienz ist ein hohes Anliegen von Scheufelen. Deshalb werden weiterhin Einsparpotentiale im Energiebereich genutzt. Ziel dieser Maßnahmen ist es, auch in Zukunft ein wettbewerbsfähiges Preis-/Leistungsverhältnis zu erreichen und damit auch Arbeitsplätze und das Unternehmen zu sichern“, kommentiert Dr. Jürgen Höckel, Produktionsleiter PL5, Papierfabrik Scheufelen, das Investment in den neuen, zweistufigen Wärmetauscher.

(Redaktion)