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Wirtschaft | Do, 25.11.2010 14:27

Politiker nutzen das Internet zur eigenen Information - aber kaum für den Kontakt mit ihren Wählern

Für die Kommunikation mit ihren Wählern setzen nur wenige Politiker Online-Netzwerke wie Facebook oder Twitter und Blogs ein. 30 Prozent der europäischen Parlamentarier verbringen bis zu drei Stunden in Online-Netzwerken, aber nur 20 Prozent haben Blogs oder Twitter aktiv für ihre letzte Kampagne genutzt. Das ergab die europaweite Umfrage "Digital Democracy 2010" zur Internetnutzung von Politikern im Auftrag von Ketchum Pleon. Allerdings: Internet und soziale Netze sind für die meisten Befragten unverzichtbare Informationsquellen.


"In der Nutzung sozialer Medien haben unsere Bürgerinnen und Bürger eine Generation Vorsprung vor ihren Vertretern in den Parlamenten", fasst Dirk Popp, Managing Partner von Ketchum Pleon in Deutschland, die Ergebnisse der europaweiten Studie "Digital Democracy 2010" zusammen. "Zwar benutzen 75 Prozent aller Befragten Politiker Online-Medien als Informationsquelle, aber nur 20 Prozent setzen Social Media aktiv für den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern ein. In Westeuropa sogar nur 12 Prozent." Zum Vergleich: Der Durchschnittseuropäer verbringt pro Woche vier bis sechs Stunden in sozialen Netzwerken. Über 30 Prozent der Parlamentarier suchen in Blogs und Online Foren nach Informationen. Und mehr als die Hälfte nutzt elektronische Newsletter und Websites.

Ziel der Umfrage von Ketchum Pleon war es, neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Parlamentarier in Europa Online-Netzwerke in der politischen Kommunikation einsetzen. Die führende europäische Kommunikationsberatung hat hierfür etwa 500 Mitglieder des Europäischen Parlaments und der nationalen Parlamente aller 27 EU-Mitgliedsstaaten befragt.

Ein Fokus der Studie lag darauf, herauszufinden, wie soziale Medien die tägliche Arbeit der europäischen Politiker verändern. "Blogs und Twitter sind schon lange nicht mehr nur Anwendungen für Spezialisten - auch die Durchschnittsnutzer haben sie für sich entdeckt, dazu gehören Wähler ebenso wie Politiker", resümiert Dirk Popp. Europäische Politiker verbringen allerdings nur maximal drei Stunden pro Woche in Sozialen Netzwerken. Dabei sind deren Vorteile den meisten befragten Parlamentariern durchaus bewusst: Ihrer Meinung nach hat die Nutzung sozialer Medien positive Auswirkungen auf die Demokratie. Trotzdem setzt nur ein Fünftel von ihnen Blogs oder Twitter aktiv für politische Kampagnen ein. Ein etwas überraschendes Ergebnis der Studie: Politiker aus West-Europa nutzen Social Media deutlich seltener, als etwa Parlamentarier aus dem Süden oder Osten des Kontinents - und zwar unabhängig vom Alter.

"Zwar setzen viele europäische Politiker soziale Medien nicht in dem Maße für Kampagnen ein wie ihre US-amerikanischen Kollegen, doch als Informationsquelle sind sie ihnen hoch willkommen", so René Mono, Public Affairs Experte bei Ketchum Pleon. "Mehr als 75 Prozent der Befragten gaben an, dass das Internet eine der wichtigsten Informationsquellen für sie ist, etwa ein Drittel liest regelmäßig Blogs und Onlineforen - es ist faszinierend, wie schnell sich der Trend entwickelt. Für Unternehmen eröffnen sich damit ganz neue Möglichkeiten, in Dialog mit politischen Meinungsbildnern zu treten."

(Redaktion)