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Wirtschaft | Mi, 31.07.2013 08:51

Preise für Nahrungsmittel treiben Inflationsrate im Südwesten weiter an

Im Juli erhöhte sich der Verbraucherpreisindex in Baden-Württemberg gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,7 Prozent. Das entspricht dem Wert des vergangenen Monats Juni. Nach wie vor liegt der Anstieg aber unter der Schwelle von zwei Prozent, bis zu der nach gängiger Auffassung Preisstabilität herrscht. Zuletzt erreichte der Verbraucherpreisindex im September 2012 diese Marke. Gegenüber dem Vormonat Juni 2013 lag der Anstieg bei 0,4 Prozent. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Statistischen Landesamtes.

In Baden-Württemberg erhöhten sich im Juli die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,7 Prozent. (Grafik: Stat. Landesamt)

In Baden-Württemberg erhöhten sich im Juli die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,7 Prozent. (Grafik: Stat. Landesamt)


Rückläufig im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2012 waren die Preise für Heizöl (− 3,9 Prozent) und Kraftstoffe (− 0,3 Prozent). Ohne Berücksichtigung dieser rückläufigen Preisentwicklung läge der Anstieg des Verbraucherpreisindex um 0,2 Prozentpunkte höher. Bei den Kraftstoffen wurde insbesondere Dieselkraftstoff günstiger (− 1,0 Prozent). Bei anderen Energiearten zogen dagegen die Preise teilweise spürbar an. Strom wurde dabei um 10,2 Prozent teurer, Fernwärme um 4,0 Prozent. Nicht ganz so stark war der Anstieg beim Gaspreis (2,9 Prozent) und bei Brennholz bzw. Holzpellets (1,1 Prozent).

Bestimmend für die aktuelle Preisentwicklung war weiterhin der binnen Jahresfrist starke Anstieg der Nahrungsmittelpreise um 5,9 Prozent. Die Zunahme war dabei breitgefächert, bei allen wichtigen Nahrungsmittelbereichen lag der Anstieg über dem Gesamtdurchschnitt. Dabei erhöhte sich der Preis für Gemüse um 13,5 Prozent, wobei sich insbesondere Kartoffeln mit 51,2 Prozent massiv verteuerten. Ein Grund ist vermutlich die verzögerte Ernte aufgrund der kalten Witterung im Frühjahr. Auch Speisefette und –öle (13,2 Prozent) und Obst (11,6 Prozent) wurden erheblich teurer.

Bei den Ausgaben rund um das Wohnen (Nettokaltmiete und Wohnungsnebenkosten) stiegen die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,1 Prozent. Bei Bekleidung gaben die Preise geringfügig nach (− 0,2 Prozent), dagegen verteuerten sich Schuhe merklich (2,2 Prozent). Während alkoholfreie Getränke um 1,9 Prozent billiger wurden, verteuerten sich alkoholische Getränke nahezu im gleichen Umfang (1,8 Prozent). Merklich teurer wurden Tabakwaren (3,6 Prozent).

Gegenläufige Entwicklungen gab es auch bei ausgewählten Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen: Während sich ambulante Gesundheitsdienstleistungen aufgrund des Wegfalls der Praxisgebühr zu Beginn des Jahres um 12,3 Prozent verbilligten, verteuerten sich Dienstleistungen der Pflege um 7,1 Prozent. Die Übernachtungspreise in Baden-Württemberg legten um 3,5 Prozent zu und auch in der Gastronomie im Südwesten zogen die Preise an (2,4 Prozent). Im Bereich Freizeit, Unterhaltung und Kultur haben sich Freizeit- und Kulturdienstleistungen verteuert (7,6 Prozent). Ein Grund sind erhöhte Lotteriegebühren. Zugelegt haben auch die Preise für Spiel- und Hobbywaren (4,6 Prozent) sowie für Bücher und Zeitungen bzw. Zeitschriften (jeweils 4,2 Prozent).

Nach wie vor rückläufig sind die Preise bei PC-Ausrüstungen (− 8,2 Prozent), Telefongeräte (− 5,4 Prozent), Fotoausrüstungen (− 4,2 Prozent) und Unterhaltungselektronik (− 3,4 Prozent). Auch Haushaltsgeräte verbilligten sich um 1,8 Prozent.

Gegenüber dem Vormonat Juni 2013 stiegen die Preise für Kraftstoffe und Heizöl um jeweils 2,3 Prozent an. Gas verteuerte sich um 0,4 Prozent. Stabilisiert haben sich die Nahrungsmittelpreise mit einem geringfügigen Anstieg von 0,1 Prozent. Bohnenkaffee verbilligte sich binnen Monatsfrist um 1,4 Prozent. Dagegen zogen die Preise für Tabakwaren an (2,8 Prozent).

Saisonal bedingt gingen die Preise für Bekleidung (− 5,4 Prozent) und Schuhe (− 3,6 Prozent) zurück. Demgegenüber stiegen zur Hauptreisezeit die Preise für Pauschalreisen (14,0 Prozent) und Flugtickets (5,8 Prozent) deutlich an. Billiger wurden Güter für Sport, Camping und Erholung (− 2,0 Prozent).

(Redaktion)