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Wirtschaft | Mo, 04.04.2011 13:31

Reallöhne in Baden-Württemberg im 4. Quartal 2010 um 3,4 Prozent gestiegen

Die Reallöhne der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Baden-Württemberg stiegen im 4. Quartal 2010 gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent. Nachdem im Krisenjahr 2009 vor allem die Beschäftigten in vielen bedeutenden Industriebranchen des Landes, bedingt durch Kurzarbeit und geringere Sonderzahlungen, finanzielle Einschnitte in Kauf nehmen mussten, konnte damit in allen Quartalen des vergangenen Jahres wieder eine Reallohnsteigerung erzielt werden. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Statistischen Landesamts.


Der Reallohnindex stellt die preisbereinigte Verdienstentwicklung, gemessen am Bruttomonatsverdienst mit Sonderzahlungen, der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich dar. Während in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 die Reallohnverluste in Baden-Württemberg durchweg höher als im Bundesdurchschnitt ausfielen, war der Aufholeffekt in Baden-Württemberg im Jahr 2010 dafür umso größer. Die Reallohnsteigerungen fielen in allen vier Quartalen 2010 zum Teil deutlich höher aus als im Bundesdurchschnitt.

Der nominale Bruttojahresverdienst (einschließlich aller Sonderzahlungen) eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich in Baden-Württemberg lag im Jahr 2010 bei durchschnittlich 45.150 Euro und damit 3,6 Prozent höher als im Jahresdurchschnitt 2009 mit 43.597 Euro. Vor allem die konjunkturelle Erholung und das Auslaufen der Kurzarbeit in den krisengeschüttelten Industriebranchen trug dabei wesentlich zur positiven Verdienstentwicklung bei.

So lag der Bruttojahresverdienst insgesamt im Produzierenden Gewerbe im Jahr 2010 mit 47.293 Euro 5,8 Prozent höher als im Vorjahr mit 44.717 Euro. Ebenso wurde im Produzierenden Gewerbe im Jahresdurchschnitt 2010 mit 37,3 Wochenstunden (bezahlte Arbeitszeit) wieder länger gearbeitet als im Vorjahr mit 36,1 Stunden. Das Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2008 mit 38,4 Stunden konnte allerdings noch nicht wieder erreicht werden. Ergänzend muss hier darauf hingewiesen werden, dass Kurzarbeitergeld in der Verdienststatistik nicht erfasst wird.

Enorme Unterschiede bestanden auch im vergangenen Jahr im Verdienstniveau zwischen den einzelnen Branchen. Während die Beschäftigten in den Bereichen „Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben; Unternehmensberatung“, Energieversorgung, Information und Kommunikation sowie im Fahrzeugbau zu den Topverdienern zählten, lagen die Bruttojahresverdienste der Beschäftigten im Gastgewerbe mit 26.141 Euro und in der Zeitarbeitsbranche mit 20.948 Euro am Ende der Verdienstskala.

(Redaktion)