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| Fr, 01.08.2008 12:18

Regierungspräsidium Tübingen schließt Rettungsgrabung für Gräber der Bronzezeit in Sonnenbühl-Willmandingen ab

Bedeutender Mosaikstein zur Besiedlungsgeschichte der Schwäbischen Alb

Grabfund aus der Bronzezeit (Foto: RP Tübingen)

Grabfund aus der Bronzezeit (Foto: RP Tübingen)


Im 19. Jahrhundert wurden auf der Schwäbischen Alb in stattlicher Zahl erkennbare Grabhügel ergraben. Heute Gräber der Bronzezeit zu entdecken und archäologisch untersuchen zu können, ist eine Seltenheit. Dank der Aufmerksamkeit des regional tätigen Beauftragten für die Archäologische Denkmalpflege, Herrn F. Pfannstiel aus Trochtelfingen, konnte dies jedoch wieder einmal gelingen. Mittlerweile ist die Rettungsgrabung für die Gräber der Bronzezeit in Sonnenbühl-Willmandingen abgeschlossen.

Bei den Aushubarbeiten für ein Bauprojekt im Gewerbegebiet westlich von Sonnenbühl-Willmandingen wurden zwei Begräbnisse angetroffen und im Rahmen einer kurzfristigen Rettungsgrabung durch die Archäologische Denkmalpflege beim Regierungspräsidium Tübingen geborgen. Jeweils unter einer schützenden Steinpackung aus großen Lesesteinen zeigten sich die Skelettreste der Verstorbenen. Sie waren offenbar in einem Baumsarg in einer wenig in den Untergrund eingetieften Grabgrube beigesetzt worden. Darüber füllte man den im Lauf der Jahrhunderte verflachten Grabhügel auf. Grabbeigaben sind je eine Schmucknadel aus Bronze, die sich am Kopf der Toten fanden. Als „Modeschmuck“ lassen sie die Datierung in die Zeit um 1.500 v. Chr. zu.

Herausragender Fund in einem Grab ist ein etwa 50 cm langes Bronzeschwert. Die Seltenheit solcher Waffen wirft ein bezeichnendes Licht auf den Rang und die gesellschaftliche Stellung des hier Bestatteten. Es dürfte sich nach erster Einschätzung um einen etwa 30-40-jährigen Mann gehandelt haben.

Bereits 2001 machten erste Grabfunde, die bei der Erschließung des Gewerbegebiets angetroffen wurden, auf das Areal aufmerksam. Es verdichtet sich das Bild von einem kleinen, in der Talniederung der Lauchert gelegenen Friedhof der Bronzezeit.

In Abstimmung mit dem Bauunternehmen konnte die Rettungsgrabung so gestaltet werden, dass die Baumaßnahmen ungehindert ohne Unterbrechung voranschreiten konnten.

Mit den nunmehr abgeschlossenen Arbeiten wurde ein bedeutender Mosaikstein zum Bild der Besiedlungsgeschichte auf der Schwäbischen Alb gewonnen.

Quelle: Regierungspräsidium Tübingen