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Wirtschaft | Mo, 10.10.2011 08:48

Region Stuttgart: Handwerkskonjunktur weiterhin stabil

Der Konjunkturaufschwung im regionalen Handwerk hält den zunehmenden welt- und finanzwirtschaftlichen Risiken Stand. Viele Unternehmer berichten über eine gute Geschäftslage. Für die kommenden Monate erwarten die Handwerksbetriebe weiterhin eine gute Situation bei Umsatz und Aufträgen, sehen allerdings auch Risiken. Der Personalaufbau setzt sich fort. Dies zeigt eine von Creditreform im Auftrag der Handwerkskammer Region Stuttgart durchgeführte Umfrage.


Im dritten Quartal 2011 bewertet erneut mit fast 60 Prozent eine deutliche Mehrheit der Betriebe im Bezirk der Handwerkskammer Region Stuttgart die aktuelle Geschäftslage mit guten Noten. Nur 12 Prozent der Befragten äußerten sich unzufrieden. Somit erreicht der Indikator der Geschäftslage, der aus den Prozentanteilen aus positiven und negativen Bewertungen gebildet wird, ein neues Allzeithoch. Auch die Geschäftsaussichten beurteilen die hiesigen Handwerksunternehmen optimistisch. Eine klare Mehrheit von 64 Prozent der Handwerker schätzt die weitere Geschäftsentwicklung mit "gut" ein. Die Kapazitätsauslastung ist aufgrund der positiven Konjunkturlage sehr hoch.

Die Auftragseingänge und Umsätze bei den Handwerkern haben sich im dritten Quartal 2011 weniger dynamisch entwickelt als in der ersten Jahreshälfte. Allerdings konnten immer noch 27 Prozent der befragten Betriebe eine Steigerung des Auftragsvolumens und 31 Prozent Umsatzsteigerungen melden. Claus Munkwitz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, schränkt ein, dass knapp jeder Vierte einen Rückgang bei Aufträgen und Umsatz beklagte. "Das deutet auf ein allmähliches Abflauen der Konjunktur hin. Im Großen und Ganzen ist das regionale Handwerk zwar von Optimismus geprägt, kann sich von der allgemeinen skeptischen Stimmung in der Wirtschaft jedoch nicht abkoppeln."

Mit der sehr guten Situation bei Aufträgen und Umsätzen geht ein kräftiger Beschäftigungsaufbau einher. Nahezu ein Achtel der regionalen Handwerksbetriebe hat in den zurückliegenden drei Monaten zusätzliches Personal eingestellt. 7 Prozent der Handwerker mussten ihre Belegschaft verkleinern. "Das Handwerk lieferte damit einen positiven Beschäftigungsbeitrag für die Region", so Munkwitz. Er gibt jedoch zu bedenken, dass die weiteren Personalplanungen von Vorsicht geprägt seien. Nur noch 6 Prozent der Befragten möchten in den kommenden Monaten die Belegschaft aufstocken. Etwa gleich viele haben einen Personalabbau angekündigt.

Die zurückliegenden Monate hat ein Großteil der hiesigen Handwerker zum Investieren genutzt. 63 Prozent der Betriebe haben neue Maschinen und Ausrüstungen beschafft. Auch in den kommenden Monaten dürfte die Investitionstätigkeit unverändert hoch sein.

Ein großes Konjunkturrisiko sieht Kammerchef Claus Munkwitz in der Eurokrise. "Wenn wir es versäumen, den Euro zu stärken, wird das unvorhersehbare Folgen für die europäische Währung, die gesamte Wirtschaft und letztlich die europäische Einheit haben." Die deutsche Wirtschaft wäre einer der großen Verlierer. Deutschland müsse jetzt mit der Konsolidierung der öffentlichen Hand beispielhaft vorangehen und die Stabilitätsregeln für den Euro einhalten. Allerdings hieße das auch, nachhaltiges Wachstum zu generieren und unternehmerische Initiative nicht durch steuerpolitische Ambitionen zunichte zu machen, wie sie derzeit die Opposition auf Bundesebene hege. "Die wirtschaftliche Lage gibt uns derzeit den nötigen Spielraum für die Sanierung des Haushalts."

(Redaktion)