Sign In

Welcome, Login to your account.

| Mi, 25.05.2011 08:55

Rennwagen entsteht in Gemeinschaftsarbeit - 50 Unternehmen beteiligen sich an Studentenprojekt

Sie löten, fräsen, telefonieren - Unter dem Namen „Highspeed Karlsruhe“ bauen Studenten der Hochschule Karlsruhe an einem Rennwagen. Entwicklung und Bau sind dabei schweißtreibende Herausforderungen – und die Zusammenarbeit mit dem Mittelstand stellt zusätzliche Anforderungen.

Christoph Dietrich, Vertrieb EDM D/A/CH bei Berkenhoff, Josef Buresch, Forschergruppe „Abtragen“ und Marc Schieß, Teamleiter „Frame & Bodywork“ der Hochschule Karlsruhe (v.li.n.re.) mit dem Rennwagen „F104“. (Foto: Jörg Schleicher / Schleicher Design)

Christoph Dietrich, Vertrieb EDM D/A/CH bei Berkenhoff, Josef Buresch, Forschergruppe „Abtragen“ und Marc Schieß, Teamleiter „Frame & Bodywork“ der Hochschule Karlsruhe (v.li.n.re.) mit dem Rennwagen „F104“. (Foto: Jörg Schleicher / Schleicher Design)


Das Projekt „Highspeed Karlsruhe“ besteht aus 50 Studierenden, die im Rahmen ihres Studiums ihr Wissen in die Praxis umsetzen und gleichzeitig Kontakte zu Unternehmen knüpfen für spätere Berufswege. Ihre Aufgabe ist es, einen Rennwagen-Prototypen herzustellen, der für die Produktion in einer Kleinserie geeignet wäre. „Die Kombination aus Konstruktion, Planung und Fertigung ist für uns eine große Motivation“, sagt Marc Schieß, Teamleiter „Frame and Bodywork“. „Denn damit haben wir die Chance, unser theoretisches Wissens anzuwenden und interessanter für Unternehmen zu werden.“

Anfang August können die Stundenten dann beweisen, wie gut ihre Konzepte tatsächlich sind. Dann tritt das Team bei der Formula Student Germany an, einem Konstruktionswettbewerb für Studenten aus allen Teilen der Welt. Auf dem Hockenheimring zeigen die Experten aus Motorsport, Auto- und Zulieferindustrie ihre Wagen und treten im Rennen gegeneinander an.

Nicht nur die Konstruktionsphase ist für die Studenten nervenaufreibend. Vor allem geht es darum, Kontakte zum Mittelstand zu knüpfen. Sie brauchen Unternehmen, die sie mit ihren Produkten unterstützen, aber auch Sponsoren. Dafür ist das Team auf vielen Messen und Veranstaltungen mit ihren Rennwagen vertreten und immer auf der Suche nach neuen Industriepartnern. Am Beispiel des Unternehmens Berkenhoff, das Erodierdrähte herstellt, erklärt Marc Schieß die Arbeit mit den Firmen. „Wir haben Berkenhoff das Projekt vorgestellt und konnten sie für unser Vorhaben begeistern, sodass sie uns Erodierdraht für die Fertigung unserer Teile zur Verfügung stellen“, sagt er.

Für das Anwerben von Kooperationspartnern haben die Studenten einen Sponsoring-Verantwortlichen, der nun fast ausschließlich mit Unternehmen telefoniert. „Wir haben bestimmt 50 Unternehmen angeworben“, sagt Schieß, „Die wissen nun wer wir sind und was wir können“. Im normalen Uni-Alltag stehen die Studenten nie vor solch handfesten Aufgaben aus der Realität. „Der direkte Kontakt mit dem Mittelstand ist für uns extrem wichtig“, bemerkt Marc Schieß. „Da geht es auch um unsere berufliche Zukunft, und wir dürfen keine Fehler machen.“

Das Institute of Materials and Processes (IMP) ist ein an der Hochschule Karlsruhe ansässiges Forschungsinstitut mit einem hochmodernen Maschinenpark. Dort beraten Fachingenieure die Stundenten im Rahmen ihres Projektes und unterstützen das Team tatkräftig bei der Fertigung. Diplom-Ingenieur Josef Buresch ist einer von ihnen. Er beschäftigt sich mit der mehrachsigen Drahterosion, die man braucht, um komplexe Konturen aus Material zu schneiden.

Buresch arbeitet mit einer Erodiermaschine der Firma Mitsubishi und benutzt dafür den Hochleistungsdraht megacut plus von bedra. „Das geht am besten und schnellsten mit dem bedra-Erodierdraht“, sagt er, „denn bei komplexen Bauteilgeometrien braucht man einen sehr präzise arbeitenden Draht, um zum Beispiel exakte Verzahnungen für die Fahrzeugstabilisatoren herzustellen.“ Das Ergebnis der monatelangen Teamarbeit ist ein knallroter Rennwagen, der aussieht wie ein Mini Formel-1-Wagen. Die Studenten haben einen 4-Zylinder-Motorradmotor mit einer Leistung von ca. 90 PS eingebaut. Er kann in unter vier Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.

 

Der aktuelle Stand des Projekts kann unter http://www.highspeed-karlsruhe.de/ verfolgt werden.

(Redaktion)