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Wirtschaft | Di, 22.04.2008 18:07

Richtlinie zur Förderung des Clusters Forst und Holz zur Anhörung freigegeben

Clusterstudie soll Hinweise für zukünftige Entwicklungspotenziale geben


Minister Peter Hauk: "Wettbewerbsfähigkeit des Clusters Forst und Holz in Baden-Württemberg soll gesichert und ausgebaut werden"

 

"Die Forst- und Holzwirtschaft stellt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor in Baden-Württemberg dar, der bislang häufig unterschätzt wird", sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am Dienstag (22. April) in Stuttgart. "In den ländlichen Räumen bietet die Verarbeitung von Holz, dem wichtigsten nachwachsenden Rohstoff des Landes, zahlreichen Menschen Arbeit und Beschäftigung. Mit einer Clusterförderrichtlinie Forst und Holz soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche ausgebaut und die Arbeitsplätze gesichert werden", betonte Hauk.

In den nächsten Tagen werde der Entwurf der Förderrichtlinie mit den Verbänden der Forst- und Holzwirtschaft abgestimmt. "Die Unterstützung des Clusters Forst und Holz muss sich eng an den Bedürfnissen der Betriebe ausrichten. Der Dialog mit der Branche ist uns wichtig", ergänzte der Minister. In den nächsten sechs Jahren sollen insgesamt sechs Millionen Euro Fördermittel von Europäischer Union und Land für Projekte im Rahmen der Clusterförderung zur Verfügung stehen.

Mit der Förderrichtlinie beabsichtigt das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen der Branche zu verbessern. "Vernetzung und Kommunikation sind in einer mittelständisch geprägten Branche wie der Forst- und Holzwirtschaft eine Grundvoraussetzung. Im Verbund zwischen verschiedenen Unternehmen und mit Forschungseinrichtungen lassen sich neue Wertschöpfungspotenziale generieren und damit die Zukunftsfähigkeit und Stellung als innovative Region der Forst- und Holzwirtschaft erhalten", erläuterte Hauk die Zielsetzungen. Neben der Vernetzung solle daher die Unterstützung von Forschungsvorhaben sowie die Einführung neuer Produkte und Produktionsverfahren im Mittelpunkt der Förderung stehen.

"Die Förderung des Clusters Forst und Holz steht im Einklang mit der naturnahen und nachhaltigen Waldwirtschaft in Baden-Württemberg. Der schonende Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen wird auch zukünftig die Maxime unseres Handelns sein. Die Höhe des Holzeinschlages wird sich dabei immer an den natürlichen Grundlagen ausrichten und nicht an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Unser Ziel muss die bestmögliche Nutzung des Rohstoffes Holz sein. Dabei sind Effizienzsteigerungen möglich", erklärte der Minister.

Die Ausgangsvoraussetzungen für die Forst- und Holzwirtschaft in Baden-Württemberg seien günstig, Baden-Württemberg verfüge nach Bayern über die höchsten Holzvorräte und das größte Holzaufkommen in Deutschland. Um die derzeit noch vorhandene Wettbewerbsfähigkeit auf Dauer zu erhalten und weiter auszubauen, seien jedoch verstärkte Anstrengungen notwendig. Insbesondere für die Innovationstätigkeit sowie die Zusammenarbeit der Unternehmen sollen daher durch die neue Förderrichtlinie Hilfestellungen zur Verfügung gestellt werden.

Zusatzinformationen

Die Förderung des Clusters Forst und Holz erfolgt im Rahmen des Operationellen Programms "Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung – Teil Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) – 2007-2013 in Baden-Württemberg". Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt zu 50 Prozent durch Landesmittel und zu 50 Prozent durch EU-Mittel.

Im Rahmen der Förderrichtlinie ist die Förderung von Maßnahmen in folgenden Bereichen vorgesehen:
Clustermanagement, Netzwerkbildung und Stärkung der Unternehmenskooperation,
Verbundforschungsvorhaben, Einführung umweltfreundlicher Produkte und Produktionsverfahren.

Forst- und Holzwirtschaft in Baden-Württemberg
Rund 23.000 Betriebe der Forst- und Holzwirtschaft beziehungsweise auf der Verarbeitung von Holz und Holzprodukten basierender Industrien beschäftigen in Baden-Württemberg rund 210.000 Beschäftigte und erzielen einen Jahresumsatz von 30 Milliarden Euro. Im bundesweiten Vergleich werden damit nur noch in Nordrhein-Westfalen mehr Menschen in der Forst- und Holzwirtschaft beschäftigt.

Mit insgesamt 471 Millionen Kubikmetern Vorrat in den Wäldern Baden-Württembergs ist Holz der wichtigste nachwachsende Rohstoff im Land. Zusammen mit Bayern gehört Baden-Württemberg zu den holzvorratsreichsten deutschen Bundesländern. Der jährliche Holzeinschlag liegt bei rund neun Millionen Kubikmeter, die überwiegend im Land zu Holzprodukten veredelt werden.

Quelle: Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg