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| Do, 09.06.2011 08:36

Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik in Reutlingen eröffnet

Im Großraum Stuttgart ist ein neues Studien- und Forschungszentrum für Leistungselektronik entstanden. Es beheimatet das im Jahr 2009 von der Bosch-Gruppe zusammen mit der Hochschule Reutlingen, der Universität Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg gegründete „Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik“ (RBZ).

Laborrundgang im neu eröffneten Robert Bosch Zentrum in Reutlingen mit Minister Dr. Nils Schmid. (Foto: Hochschule Reutlingen/Metzger)

Laborrundgang im neu eröffneten Robert Bosch Zentrum in Reutlingen mit Minister Dr. Nils Schmid. (Foto: Hochschule Reutlingen/Metzger)


„Das Zentrum stärkt entscheidend die Ausstrahlungskraft der Wirtschaft und Wissenschaft von Baden-Württemberg“, so Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid. Insgesamt werden mehr als 30 Millionen Euro über rund zehn Jahre investiert. Mit einem Festakt ist der Forschungs- und Lehrverbund heute offiziell am neuen Standort in Reutlingen-Rommelsbach eröffnet worden.

Das Lehr- und Forschungszentrum soll mit speziellen Studiengängen und Forschungsprojekten in der Hochschule Reutlingen und der Universität Stuttgart dafür sorgen, dass für die Bosch-Gruppe und andere Unternehmen dringend benötigte Elektronik-Ingenieure zur Verfügung stehen. „Die Studierenden werden dabei gezielt auf die neuen fachlichen Herausforderungen der Zukunftsfelder Elektromobilität und erneuerbare Energien vorbereitet. Denn gerade in diesen Bereichen werden künftig viele neue Arbeitsplätze entstehen“, sagte der Reutlinger Hochschul-Präsident Prof. Dr. Peter Nieß.

Eine Besonderheit des neuen Studien- und Forschungszentrums ist das gemeinsame Promotionsprogramm zwischen der Universität Stuttgart und der Hochschule Reutlingen. Es ermöglicht den besten Absolventinnen und Absolventen beider Hochschulen die Promotion und hat Modellcharakter für weitere inzwischen beschlossene kooperative Promotionsprogramme zwischen Universitäten und Hochschulen. Für die Doktoranden stehen insgesamt elf Stipendien zur Verfügung.

Die Leistungselektronik ist ein zukunftsweisendes Forschungsthema mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten auf Feldern wie den Erneuerbaren Energien, der Medizintechnik, der Haustechnik oder der Elektromobilität. „Wichtig ist es dabei, nicht nur die Einzelkomponenten zu betrachten, sondern die Gesamtsysteme zu optimieren. Die Zusammenarbeit mit dem Marktführer Bosch und der international aufgestellten Hochschule Reutlingen ermöglicht einen solchen systemischen Ansatz und eröffnet über ein gemeinsames Promotionsprogramm zudem neue Wege in der Doktorandenausbildung“, so der Rektor der Universität Stuttgart, Prof. Wolfram Ressel.

Insbesondere die Elektromobilität und erneuerbare Energien bieten enormes Potential und werden von der neuen Landesregierung als bedeutende Wachstumsfelder der Wirtschaftspolitik angesehen. Ohne Leistungselektronik sind weder Elektromobilität, noch erneuerbare Energien denkbar. „Um Komponenten und Systeme der Leistungselektronik schnell in bezahlbaren und kundenorientierten Produkten umsetzen zu können, ist eine enge Verzahnung von Industrie und Wissenschaft erforderlich“, betonte Nils Schmid, Minister für Finanzen und Wirtschaft. „Auch angesichts des drohenden Fachkräftemangels ist es wichtig, dass in unserem Land Möglichkeiten geschaffen werden, gutes Fachpersonal vor Ort auszubilden.“

Um den Technologietransfer realisieren zu können, müssen die Themen der Leistungselektronik effizient in die Aus- und Weiterbildung integriert und ein Transfer zwischen Unternehmen, Hochschulen und Universitäten ermöglicht werden. „Das Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik ist hier ein gelungenes Beispiel“, lobte Minister Schmid. „Mit der Kooperation entsteht ein Forschungs- und Lehrverbund, der die ganze Bandbreite von Hochschulausbildung, Forschung, Technologietransfer, Nachwuchsförderung und wissenschaftlicher Weiterbildung abdeckt.“ Der Aufbau und Betrieb des Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst mit einem Zuschuss in Höhe von rund zwölf Millionen Euro unterstützt.

Auf Basis der Kooperation ist an der Hochschule Reutlingen der neue Master-Studiengang „Leistungs- und Mikroelektronik“ entwickelt worden. Die Kombination aus Leistungs- und Mikroelektronik ist der Schlüssel für eine auf erneuerbaren Energien beruhende Stromversorgung. Ob rein elektrisch angetrieben oder in der Hybrid-Variante: Jeder elektrische Antriebsmotor in einem Auto benötigt Leistungselektronik für die Ansteuerung.

Das RBZ ist auf dem Gelände des ehemaligen Bosch-Fertigungsstandorts in Reutlingen-Rommelsbach entstanden. Dazu Dr. Wolfgang Malchow, Bosch-Geschäftsführer Personal: „Wir freuen uns, dass wir eng mit der Region verbunden bleiben. Und die Weiterentwicklung des Produktionsstandorts zu einem modernen Wissenschaftsstandort zeigt, dass Bosch wandlungsfähig auch auf diesem Gebiet ist.“ Die Räume wurden komplett auf Bedürfnisse des neuen Zentrums umgebaut und von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG gemietet, die Eigentümerin des ehemaligen Industrieareals ist.

(Redaktion)