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Vermischtes | Mi, 25.04.2012 10:24

Rückgang der Erwerbsbevölkerung in Baden-Württemberg erst nach 2020

Die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis unter 65 Jahre) ist in Baden-Württemberg von rund 6,8 Millionen im Jahr 1990 bis Ende 2010 auf 7,1 Millionen. angestiegen. Damit hat sich die Erwerbsbevölkerung in den vergangenen zwei Jahrzehnten allerdings nicht einmal halb so stark erhöht wie die Einwohnerzahl des Landes (+4 Prozent gegenüber +9 Prozent). Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist deshalb von knapp 70 auf nur noch etwas mehr als 66 Prozent zurückgegangen. Dies teilt das Statistische Landesamt mit.

Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in Baden-Württemberg 1990-2060. (Grafik: Stat. Landesamt)

Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in Baden-Württemberg 1990-2060. (Grafik: Stat. Landesamt)


Innerhalb des Landes verlief die Entwicklung sehr unterschiedlich: Am stärksten war der Anstieg der Erwerbsbevölkerung im Stadtkreis Freiburg im Breisgau sowie in den Landkreisen Heilbronn, Schwäbisch Hall, Biberach und Hohenlohekreis mit einem Plus von jeweils mindestens 15 Prozent. Zurückgegangen ist dagegen die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter vor allem im Landkreis Heidenheim, im Schwarzwald-Baar-Kreis sowie im Stadtkreis Mannheim.

Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ist in den letzten Jahren „gealtert“: 1990 waren erst gut 26 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter 50 Jahre oder älter; 2010 lag dieser Anteil bereits bei 29 Prozent. Innerhalb des Landes weist der Stadtkreis Baden-Baden den höchsten Anteil Älterer auf, die Stadtkreise Heidelberg, Freiburg im Breisgau und Stuttgart haben die geringsten Anteile.

Bis zum Jahr 2020 wird der Anteil der Erwerbsbevölkerung an der Gesamtbevölkerung im Landesdurchschnitt nur geringfügig absinken, nämlich von etwas mehr als 66 Prozent im Jahr 2010 auf dann 65 Prozent. Nach dem Jahr 2020 ist jedoch mit einem beschleunigten Rückgang bei der Zahl und dem Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter zu rechnen. Im Jahre 2060 könnte die Erwerbsbevölkerung mit rund 5,2 Millionen sogar um knapp 2 Millionen niedriger als Ende 2010 liegen. Ihr Bevölkerungsanteil beliefe sich dann nur noch auf 57 Prozent. Allerdings ist zu erwarten, dass die Zahl der Erwerbspersonen nicht im gleichen Umfang zurückgehen wird, da in den nächsten Jahren mit einer weiter steigenden Erwerbsbeteiligung der Frauen und auch der älteren Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zu rechnen ist, so das Statistische Landesamt.

Der langfristige Rückgang der Erwerbsbevölkerung wird aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung mit einem vorübergehend steigenden Anteil älterer Erwerbspersonen einhergehen: Der Anteil der 50jährigen und Älteren könnte von heute rund 29 Prozent bis 2020 auf 36 Prozent ansteigen. Auch wenn dieser Anteil nach dem Jahr 2020 wieder leicht zurückgehen wird, werden Innovationen und die Bewältigung des technischen, wirtschaftlichen und sozialen Wandels künftig stärker als in der Vergangenheit auch von einer älteren Erwerbsbevölkerung getragen werden müssen. Berufliche Fortbildung und Neuqualifizierung werden vor diesem Hintergrund insbesondere im höheren Erwerbsalter eine noch größere Bedeutung erhalten.

(Redaktion)