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Wirtschaft | Do, 25.11.2010 07:31

Saarwirtschaft bleibt im Winterhalbjahr auf Wachstumskurs

Die Stimmung in der Saarwirtschaft bleibt auch im Spätherbst weiter freundlich. Das signalisiert der IHK-Klimaindex, der die aktuelle Geschäftslage und die Aussichten der Unternehmen für die kommenden Monate widerspiegelt. Er ist im November nochmals um einen Punkt gestiegen. Mit 154 Zählern hat er den höchsten Wert seit drei Jahren erreicht.


Die aktuelle Lage wird von den Unternehmen weiterhin positiv gesehen: Über 90 Prozent bewerten sie derzeit mit gut oder befriedigend. Per Saldo positiv bleiben auch die Aussichten für die kommenden Monate. Der IHK-Erwartungsindikator ist um gleichfalls einen Punkt auf 12 Zähler gestiegen. „Das signalisiert, dass die Saarwirtschaft bis weit ins kommende Jahr hinein auf einem robusten Wachstumskurs bleiben wird. Der Aufschwung gewinnt mehr und mehr an Breite. Die Impulse kommen nicht mehr allein aus dem Ausland, sondern zunehmend auch von der heimischen Investitionsnachfrage und vom privaten Verbrauch. Die Arbeitslosigkeit wird weiter sinken. Viele Unternehmen wollen im kommenden Jahr neue Mitarbeiter einstellen.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch die November-Umfrage der IHK Saarland, an der sich 180 Unternehmen mit rund 110.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 39 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 52 Prozent mit befriedigend und nur neun Prozent mit schlecht. Auch in der Industrie, die im besonderen Maße von der Konjunkturkrise betroffen war, ist das Stimmungsbild inzwischen überwiegend freundlich. Hier berichtet zwar noch jeder zehnte Betrieb über eine schwierige Geschäftslage. Doch haben Auftragslage und Kapazitätsauslastung in den meisten Unternehmen wieder annähernd Normalniveau erreicht. Manche produzieren sogar schon wieder an der Kapazitätsgrenze. Gut laufen die Geschäfte insbesondere im Fahrzeugbau, im Maschinenbau, im Stahlbau sowie in der Medizintechnik. In der Stahlindustrie ist die Mengenkonjunktur gut, doch drücken hohe Rohstoff- und Energiekosten auf die Marge. Überwiegend zufriedene Stimmen kommen ferner von den unternehmensnahen Dienstleistern und aus dem Verkehrsgewerbe. Im Handel sorgen die stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt und die bevorstehenden Festtage für Auftrieb. Eher gedämpft bleibt die Stimmung dagegen in der Bauwirtschaft sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Auf dem Arbeitsmarkt stehen die Zeichen weiter auf Entspannung. Das signalisieren die Personalplanungen der Unternehmen für das nächste Jahr. Sie zeigen nicht nur für den Dienstleistungsbereich, sondern inzwischen auch für die Industrie eine wachsende Beschäftigung an. Insgesamt wollen 22 Prozent der Unternehmen zusätzliche Mitarbeiter einstellen, nur noch elf Prozent planen einen Abbau von Stellen. Giersch: „Nachdem der Beschäftigungsaufbau im Frühjahr und Sommer fast ausschließlich vom Dienstleistungsbereich getragen wurde, will jetzt auch die Industrie ihre Belegschaft wieder aufstocken. Dabei berichten immer mehr Unternehmen über Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Sicherung des Fachkräftebedarfs im laufenden Jahrzehnt zur größten wachstumspolitischen Herausforderung im Land wird.“

(Redaktion)