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| Di, 05.04.2011 11:34

Slow Food Messe: Bewusst genießen und verantwortungsvoll ernähren

Die Slow Food Messe „Markt des guten Geschmacks“ vom 14. bis 17. April 2011 in Stuttgart bietet in diesem Jahr wieder eine bunte Fülle von Veranstaltungen rund um Esskultur und Nahrungsmittel.

Die Slow Food Messe „Markt des guten Geschmacks“ findet vom 14. bis 17. April 2011 auf dem Stuttgarter Messegelände statt. (Foto: Messe Stuttgart)

Die Slow Food Messe „Markt des guten Geschmacks“ findet vom 14. bis 17. April 2011 auf dem Stuttgarter Messegelände statt. (Foto: Messe Stuttgart)


Es besteht erhöhter Informationsbedarf: Nach dem jüngsten Dioxin-Skandal sind viele Verbraucher in ihrem Konsumverhalten noch kritischer geworden; das Wissen um Qualität, Produktion und Herkunft von Lebensmitteln spielt eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung. Slow Food, das zeigt die Themenauswahl vieler Vorträge und Seminare, steht nicht nur für Genuss und guten Geschmack, sondern zunehmend auch für eine verantwortungsvolle Ernährung im globalen Kontext.

Wie diese in der Praxis aussehen kann, wird beim Fachbesuchertag für Gastronomie und Einzelhandel am Donnerstag, 14. April, auf der Forumsbühne erörtert. So zeigt die Veranstaltung „Frisch auf den Müll“ Fakten und Alternativen zur Lebensmittelverschwendung in Gastronomie und Einzelhandel auf. Die globale Lebensmittelverschwendung beginnt buchstäblich vor der Haustüre: Rund 50 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen; das Meiste davon landet im Müll, bevor es überhaupt den Verbraucher erreicht. Unter den Gästen ist auch der Filmemacher Valentin Thurn, dessen auf der Berlinale vorgestellter Film „Taste the Waste“ nach der Sommerpause in die deutschen Kinos kommt. Besucher der Slow-Food-Messe können den Film vorab in der VIP-Lounge im Eingang Ost kostenlos sehen.

Oft ist es schiere Unkenntnis, die ein wertvolles Nahrungsmittel zum Küchenabfall macht. Solche Wissenslücken können anschließend in einer Gesprächsrunde geschlossen werden, in der sich Wissenschaft und Küche begegnen: „Wenig Geschätztes und Vergessenes – Verwerten statt Verschmähen“.

Ob gehobenes Menü oder schmackhafte „Resteverwertung“ – die Freude an gutem Essen und Trinken will geübt sein. Bei den Geschmackserlebnissen im Restaurant am Wasser kann der Messebesucher die Vielfalt des Geschmacks genussvoll kennen lernen. Erst durch die Verkostung verschiedener Erzeugnisse und Zubereitungsweisen wird deutlich, wie differenziert die Zunge Geschmack wahrnehmen kann. Unter Anleitung von Experten spüren die Teilnehmer dem Besonderen, dem Typischen von Lebensmitteln und ihrer Geschichte nach – eine lustvolle und kenntnisreiche Geschmacksschulung für alle, die Freude an Genuss und Wissen rund um Lebensmittel haben. Das vielseitige Seminarprogramm von Donnerstag, 14. April, bis Sonntag, 17. April, umfasst die Suche nach dem „Genussfaktor im Weizenbier“, ein „Kleines Apfelerlebnis“ oder die Zubereitung „Fast vergessene(r) Stücke von fast vergessenen Arche-Ochsen“.

Kaum ein anderes Lebensmittel wird so sehr mit Genuss und Lebensfreude verbunden wie der Wein, dem ein eigener Messebereich gewidmet ist – die Vinothek. Dort präsentieren Weinberater und Weinberaterinnen über 100 Weine. Besonderen Genuss versprechen die Weinseminare zu Themen wie „Deutsche Winzersekte“, „Käse und Wein“ oder „Vergessene und seltene Rebsorten“. Spezielle Veranstaltungen des Deutschen Barrique-Forums geben darüber hinaus einen Einblick in die Kunst des Ausbaus im kleinen Holzfass.

Wer bewusst genießt, hat mehr vom Leben. Im Wellness-Zeitalter will man dem eigenen Körper etwas Gutes tun – und das möglichst mit gutem Gewissen. Die Bio-Regale in den Discountern werden immer größer, doch entpuppt sich manches Produkt bei genauerem Hinsehen als dreiste Mogelpackung. Einen Überblick über Etikettenwirrwarr und -schwindel geben am Sonntag, 17. April, verschiedene Veranstaltungen und Diskussionsrunden auf der Forumsbühne, etwa der Vortrag „Slow, Bio, Fair – was steckt dahinter?“ oder „Nein zu Mogelpackungen – die Notwendigkeit einer Kennzeichnung glaubwürdiger Regionalprodukte mit einem regionalen Gütesiegel“.

Essen ist Politik mit Messer und Gabel. Für Slow Food spielt dabei der Gedanke der Nachhaltigkeit beim Genießen naturbelassener Lebensmittel und deren umweltschonende Erzeugung seit jeher eine große Rolle. Daraus ist das globale Netzwerk „Terra Madre“ (Mutter Erde) entstanden, ein Verbund von Bauern, Lebensmittelproduzenten und Verteilerorganisationen zur Bekämpfung von Hunger und Armut sowie zum Schutz der natürlichen Ressourcen vor unkontrollierter Ausbeutung. Jüngstes Beispiel ist das Projekt „Tausend Obst- und Gemüsegärten für Afrika“, das am Sonntag, 17. April, auf der Forumsbühne vorgestellt wird: In Afrika sollen tausend Schul- und Gemeinschaftsgärten entstehen, die das jeweilige Gemeinwesen dauerhaft mit frischem Obst und Gemüse aus biologisch nachhaltiger Anbauweise versorgen können.

Die Slow Food Messe „Markt des guten Geschmacks“ findet vom 14. bis 17. April 2011 in Stuttgart statt. Parallel dazu haben fünf weitere Veranstaltungen geöffnet: Die FAIR HANDELN, die GARTEN, die i-mobility, die internationale Mineralien- und Fossilienbörse und die HausHolzEnergie. Alle Messen sind mit einer Eintrittskarte zum Preis von 12 Euro zugänglich. Die Geschmackserlebnisse sind extra zu bezahlen.

(Redaktion)