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Vermischtes | Fr, 15.06.2012 07:28

Social Media am Arbeitsplatz - Privatvergnügen oder zeitgemäße Entwicklung?

Soziale Netzwerke sind mittlerweile für viele Deutsche ein fester Bestandteil ihrer Freizeit. Doch auch in der Arbeitszeit spielen Social Media eine immer stärkere Rolle. Etwa die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer bewegt sich hier im sozialen Netz. Für viele Arbeitgeber dürfte dies ein Ärgernis sein. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) glaubt, dass sich die Social Media-Aktivitäten nachteilig auf die Arbeitsproduktivität auswirken. Das zeigt der aktuelle Kelly Global Workforce Index von Kelly Services, für den insgesamt 4.000 Menschen in Deutschland und fast 170.000 Menschen weltweit befragt wurden.


Social Media können für Unternehmen Fluch und Segen gleichermaßen sein: Einerseits sind sie für viele Menschen inzwischen so selbstverständlich und dauerhaft präsent in ihrem täglichen Leben, dass dies auch die Arbeitszeit umschließt. Dass Facebook & Co. mit nur wenigen Klicks stets bereitstehen, senkt die Hemmschwelle für entsprechende private Aktivitäten zusätzlich. Andererseits sind Social Media auch für Unternehmen von elementarer Bedeutung, als Kommunikationsplattform genauso wie als Akquise-Instrument.

„Hier kann man wirklich vom Aufeinanderprallen zweier Welten sprechen: Die private Welt des Arbeitnehmers kollidiert mit den Anforderungen des Unternehmens - das aber seinerseits oft gleichfalls in den Social Media präsent und aktiv ist. Problematisch ist dabei neben dem Ablenkungseffekt auch die Kommunikation: Wie äußert sich der einzelne Mitarbeiter zum Beispiel bei Online-Diskussionen zu unternehmensrelevanten, gegebenenfalls sensiblen Themen?“, kommentiert Dinette Koolhaas, VP & Regional General Manager Western Europe von Kelly Services.

Rund 52 Prozent der Befragten in Deutschland befürchten Einschränkungen der Produktivität bei privatem Social Media-Gebrauch während der Arbeitszeit, 31 Prozent sehen die Vermischung von Privatem und Beruflichem mit Skepsis. Auf der anderen Seite sind 46 Prozent der Arbeitnehmer der Ansicht, es gäbe keinen guten Grund, sich nicht auch am Arbeitsplatz privat in sozialen Netzwerken zu bewegen. Dass es hier zu Konflikten kommen kann, ist naheliegend. Jedoch sind "nur" 11 Prozent der Arbeitnehmer bereits aufgefordert worden, private Social Media-Aktivitäten während der Arbeitszeit zu unterlassen. Immerhin 17 Prozent finden es legitim, Meinungen über den Arbeitsplatz und die Firma im Rahmen sozialer Netzwerke auszutauschen und zu teilen.

Die sozialen Netzwerke sind für Unternehmen heute nicht nur eine bedeutende Plattform zur Selbstdarstellung, sondern auch eine wichtige Ressource zur Anwerbung neuer Talente. Ein Viertel der Befragten glaubt, die Social Media-Präsenz für Unternehmen notwendig und wünschenswert sei. Immer mehr hoch qualifizierte Talente nutzen diesen Weg, um sich über potenzielle Arbeitgeber zu informieren und sich zu bewerben. Etwa ein Viertel wählt sogar ausschließlich diesen Weg.

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich die private Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz in weiten Teilen etabliert hat und aus Arbeitnehmersicht, besonders in der jüngeren Generation, vielerorts bereits unter 'Gewohnheitsrecht' fällt. Vielen Arbeitgebern ist noch nicht ganz klar, wie sie damit umgehen sollen, auch und gerade im Hinblick auf Datenschutz und Unternehmensinterna“, schließt Dinette Koolhaas.

(Redaktion)