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Wirtschaft | Fr, 26.11.2010 10:45

Social Media in Unternehmen - Spielwiese oder Unternehmensstrategie?

Für knapp 60 Prozent der Unternehmen, die Social Media wie Wikis, Blogs, soziale Online-Netzwerke und Kollaborationsplattformen einsetzen, ist dieser Einsatz Teil der Unternehmensstrategie. Dennoch ist die Nutzung dieser Tools häufig nur auf einzelne Mitarbeiter oder Bereiche beschränkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Befragung, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) bei Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe und in ausgewählten Dienstleistungsbranchen durchgeführt hat. Insgesamt wurden 4.400 Unternehmen befragt.


Social Media gelten als viel versprechende Instrumente für die Vernetzung von Individuen und deren Wissen. Zudem sollen sie die effiziente Kommunikation innerhalb von Unternehmen sowie über Unternehmensgrenzen hinweg fördern. Gerade Dienstleistungsbranchen, die ohnehin eine Vorreiterfunktion bei der Social Media-Nutzung einnehmen, betrachten deren Einsatz überwiegend als Teil ihrer Unternehmensstrategie. Am häufigsten ist dies bei den IT- und TK-Dienstleistern sowie in den Branchen Unternehmensberatung und Werbung der Fall. "Diese Branchen gelten generell als besonders IT- und wissensintensiv. Hier bietet der unternehmensstrategische Einsatz von Social Media daher große Potenziale für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen" sagt Dr. Irene Bertschek, Leiterin der Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologien am ZEW. Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes sind dagegen bei der unternehmensstrategischen Anwendung von Social Media noch deutlich zurückhaltender.

Bei Betrachtung der Nutzungsintensität zeigt sich allerdings, dass zwar insgesamt 55 Prozent der Social Media-Nutzer diese unternehmensweit einsetzen. Aktiv bringen sich jedoch nur durchschnittlich 14 Prozent der Beschäftigten in die Nutzung ein, indem sie Texte redigieren und Inhalte gestalten oder kommentieren. Auch hier sind die Branchen Unternehmensberatung und Werbung (31 Prozent) sowie IT-Dienste und Telekommunikation (26 Prozent) führend.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Entwicklung sich fortsetzen wird und Social Media eine nachhaltige Veränderung von Unternehmenskulturen bewirken werden, hin zu mehr Offenheit, individueller Vernetzung und konstruktiver, dezentraler Zusammenarbeit. Dies käme letztlich dem Unternehmenserfolg zugute.

(Redaktion)