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Wirtschaft | Mo, 06.06.2011 09:43

Social Media-Studie: Adidas gewinnt auf Facebook mehr Fans als die Automobil-Konzerne

Das Interesse der User an den Angeboten der Unternehmen wächst deutlich schneller als deren Kontaktangebote. So stieg die Anzahl der digitalen Kurzmitteilungen (Tweets) auf Twitter von Mitte 2009 bis Anfang 2011 um 900 Prozent, während die Anzahl der Follower sogar um 1300 Prozent zunahm. Die Unternehmens-Accounts auf Facebook erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 60 Prozent, die Anzahl der Fans um fast 450 Prozent von 2,2 Millionen auf nunmehr über 10 Millionen.

Das Interesse der Internet-Nutzer an Social Media-Angeboten von Unternehmen wächst stärker als deren Engagement. (© Gerd Altmann  / pixelio.de)

Das Interesse der Internet-Nutzer an Social Media-Angeboten von Unternehmen wächst stärker als deren Engagement. (© Gerd Altmann / pixelio.de)


Das ist das Ergebnis einer Vergleichsstudie unter den DAX 30-Unternehmen von Prof. Dr. Lothar Rolke und Patrick Djuga – beide Fachhochschule Mainz, die das Engagement der Unternehmen auf Facebook, Youtube, Twitter und in Blogs und das Interesse der Nutzer untersucht haben.

Neuer Spitzenreiter im Bereich der „Social Media“ ist Adidas, das sowohl die Unternehmen der Automobil- als auch die IT-Industrie hinter sich gelassen hat, mit rund 7 Mio. Fans allein auf Facebook. Den größten Sprung nach vorne schafften mit einer Verbesserung um 7 Plätze BASF und die Metro. Während die meisten andern DAX 30-Unternehmen ihre Position nur um zwei Plätze nach oben oder unten veränderten, rutschten die Deutsche Börse um 5 und Fresenius sogar um 6 Plätze ab.

„Märkte funktionieren durch Gespräche, und Unternehmen sind die natürlichen und gesetzten Gesprächspartner, deren Erfolg gerade im Netz immer stärker von ihrer Gesprächsfähigkeit abhängt“, erklärt Rolke, der in Mainz BWL und Unternehmenskommunikation lehrt. Wer Facebook + Co ignoriere, der gerate in eine Abseitsposition. Denn im Netz vermische sich Marketing, Vertrieb, Kommunikation und Kundendialog immer stärker.

Auch Unternehmen, die nicht mit Endkunden zu tun haben, sondern andere Firmen belieferten, so der Mainzer Professor, dürften die Macht des Netzes nicht unterschätzen, weil das Internet zu einem Informationsfundus geworden sei, über den Kompetenz, Reputation und Innovationskraft überprüft würde: „Denn das Internet entwickelt sich zu einem digitalen und impulsstarken Spiegelbild für Trends, Potenziale und Empfindlichkeiten in Wirtschaft und Gesellschaft“, sagt Rolke. Wer das zu nutzen wisse, verbessere seine Geschäftsgrundlagen, wer glaubt, seine Kunden veränderten sich nicht, werde ihre Abwanderung zeitnah erleben.

(Redaktion)